
Berlin (kobinet) Die Situation behinderter Arbeitsloser in Deutschland hat sich nach Ansicht des christdemokratischen Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe dramatisch zugespitzt. Der behindertenpolitische Sprecher der Unionsfraktion warf heute der Bundesregierung vor, die zentralen Fragen bei Vermittlung und Förderung behinderter Arbeitsloser unbeantwortet zu lassen. Die Antwort auf eine Kleine Anfrage zur Vermittlung behinderter Arbeitsloser lasse mehr Fragen offen, als sie beantwortet. Die Aussagen der Regierung seien diametral entgegengesetzt zur Realität, die aus der Praxis gemeldet werde: berufliche Eingliederung werde kaum noch finanziert, Eingliederungszuschüsse werden zögerlich oder gar nicht mehr vergeben, Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke klagen über ausbleibende Anmeldungen von Rehabilitanden, obwohl der Bedarf ungebrochen hoch sei. «Schwerbehinderte Menschen sind deutlich länger arbeitslos als nichtbehinderte. Die Menschen werden entweder recht schnell wieder in Arbeit vermittelt, oder sie verharren für immer längere Zeiten in der Arbeitslosigkeit. Es ist die Tendenz zu erkennen, dass die Vermittlung von Menschen in Arbeit gelingt, wenn sie weniger als ein Jahr arbeitslos sind. Hierin unterscheiden sich behinderte und nichtbehinderte Menschen immer weniger», so Hüppe. Anders sei das bei denjenigen, die immer noch arbeitslos sind. Hier steige die Zahl der Tage in Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2000 an, wobei die Kluft zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen wachse, erklärte der Politiker. «Behinderte Arbeitslose sind immer länger arbeitslos als die nichtbehinderten. Es erfolgt also eine Polarisierung in zwei Gruppen: denjenigen Menschen, die noch gute Chancen auf einen Arbeitsplatz haben und relativ schnell vermittelt werden, und denjenigen, die immer länger arbeitslos sind, mit dadurch weiter sinkenden Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt.» sch