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23.05.2005 - 01:59

Kein CSD in Warschau.

Berlin / Warschau (kobinet) Der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) protestiert gegen das Verbot des Christopher Street Days (CSD) durch Warschaus Bürgermeister Lech Kaczyñski. Der LSVD sieht die Menschenrechte mit Füßen getreten.

Dazu Philipp Braun, Sprecher des Verbandes: «Der Lesben- und Schwulenverband ist empört über den Versuch des Warschauer Bürgermeister Lech Kaczyñski, den für den 11. Juni geplanten CSD zu verhindern. Kaczyñski missachtet damit elementare demokratische Prinzipien wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie das Diskriminierungsverbot. Der LSVD fordert die Bundesregierung und die Europäische Union auf, bei der polnischen Regierung vorstellig zu werden und gegen dieses skandalöse Verhalten zu protestieren. Es kann nicht hingenommen werden, dass die Menschenrechte mitten in Europa mit Füßen getreten werden».

Wie der LSVD berichtet, habe Kaczyñski am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, angekündigt den CSD wie bereits im vergangenen Jahr verbieten zu wollen. Mit der Begründung, die geplante Parade sei «sexuell obszön und eine Gefahr für die öffentliche Moral» habe diese nicht stattfinden dürfen. Dieses Jahr habe Kaczyñski erklärt: «Ich bin Befürworter der Toleranz, aber Gegner der Unterstützung schwulorientieren Verhaltens. Hier bleibt alles beim Alten. Ich sage ab».

Der LSVD mutmaßt hinter diesem Verhalten Kaczyñskis Ambitionen polnischer Präsident zu werden und mit homosexuellenfeindlichen Parolen Wähler zu gewinnen. Er solidarisiert sich mit der polnischen «Kampagne gegen Homophobie» und bietet seine Unterstützung an. elba
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