
Hollenbach / Würzburg (kobinet) Das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) veranstaltet am 20. August von 11 Uhr bis 16.30 Uhr eine Tagung für Rechtsanwältinnen und -anwälte im Würzburger Dorint-Hotel. «Recht haben und Recht bekommen, sind zwei Paar Schuhe», meint ForseA-Vorsitzende Elke Bartz. «Behinderte Menschen, die aus Einrichtungen aus- oder gar nicht erst in sie einziehen wollen, müssen ihr Recht auf ambulante Hilfen nicht selten in langwierigen Verfahren - oft bis vor die Gerichte - erstreiten». Eine gute anwaltliche Vertretung sei dabei außerordentlich wichtig. «Einerseits müssen Anwältinnen und Anwälte sich gut im Verwaltungs- und Sozialrecht auskennen. Andererseits ist es nicht unwichtig, dass sie nachvollziehen können, wichtig das selbstbestimmte Leben in den eigenen vier Wänden für die Betroffenen ist», ergänzt sie. Deshalb unterhalte ForseA auf seinen Internetseiten eine Liste von Anwältinnen und Anwälten, mit denen behinderte Menschen gute Erfahrungen gemacht hätten. Gespräche mit Anwältinnen und Anwälten hätten immer wieder gezeigt, dass diese auch an einem Austausch untereinander interessiert seien. «Gerade auch die Kampagne ‚Marsch aus den Institutionen - reißt die Mauern nieder' zeigt immer wieder, dass es ohne Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern nicht geht. So lange behinderte Menschen aber gezwungen werden, in Anstalten zu leben, können wir deren Mauern nicht einreißen», ergänzt Isolde Hauschild, stellvertretende ForseA-Vorsitzende. Für die Fachtagung, die sich an erfahrene Anwältinnen und Anwälte und solche, die Erfahrungen und Informationen sammeln wollen, richtet, konnte unter anderem Ministerialdirektor a. D. des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und einer der «Väter des SGB IX», Rainer Wilmerstadt, als Referent gewonnen werden. Leonhard Steigmeier, ein Rechtsanwalt, der seit rund 15 Jahren behinderte Mandantinnen und Mandanten aus dem gesamten Bundesgebiet vertritt, wird von seinen Erfahrungen berichten. «Wir haben einige Anwältinnen und Anwälte aus dem gesamten Bundesgebiet angeschrieben» meint Elke Bartz gegenüber kobinet. «Wer aber selbst als Jurist Interesse hat, oder Juristen auf diese Tagung aufmerksam machen möchte, kann dies gerne tun. Unser Ziel ist es, ein Netzwerk zu knüpfen, von dem die Anwältinnen und Anwälte und nicht zuletzt auch die behinderten Mandantinnen und Mandanten profitieren. hjr Das Tagungsprogramm und ein Anmeldeformular gibt es auf den Internetseiten von ForseA .