
Berlin (kobinet) Zum 150. Todestag von Johann August Zeune hat heute in der Berliner Zeitung die Berufsschulklasse für Medien- und Informationsdienste an der Johann-August-Zeune-Schule auf Möglichkeiten und Grenzen der Integration hingewiesen. «Vor 200 Jahren waren Blinde zumeist gezwungen, ihren Lebensunterhalt durch Bettelei zu verdienen», schrieben die Schüler auf der Seite Jugend und Schule des Blattes. Fast sensationell sei es darum gewesen, als Friedrich Wilhelm III. die Kenntnisse eines blinden Schülers vorgestellt wurden. Der König war so beeindruckt, dass er die erste deutsche Blindenschule gründen ließ. Es war der vor 150 Jahren verstorbene Universitätsprofessor Johann August Zeune, der die Arbeit mit nur wenigen Schülern in seiner Privatwohnung begann. «Die Lebensumstände der Blinden, das wusste er, sind nicht deshalb so schwer, weil sie blind sind, sondern weil das Verhalten der Menschen und die Bedingungen der Gesellschaft ihnen ein menschenwürdiges Leben nicht ermöglichen. Zeunes Ideen gelten bis heute: Niemand sollte in den Blinden hilflose Opfer der Fürsorge sehen und sie ausschließen», betonten die Schüler. Blinde wurden früher zu Bürstenbindern, Korbflechtern oder Klavierstimmern ausgebildet. Durch den Computer steht heute die Tür für viele neue Berufe offen. Blinde und Sehbehinderte können durch besondere Soft- und Hardware selbstständig am Computer arbeiten. Dank Computer und Internet können Blinde in Berlin zum Beispiel eine Berufsausbildung im deutschen Rundfunkarchiv machen. Doch bei allen Fortschritten weisen die Schüler auf die Grenzen der Integration hin: «Es ist richtig, dass Blinde alles lernen können und dürfen. Was nützt jedoch die beste Bildung, wenn bei der heutigen Arbeitslosigkeit viele doch beim Arbeitsamt oder Sozialamt landen, weil sie keinen Arbeitsplatz finden können. Leider glauben immer noch viele Firmen, dass Blinde weniger können als andere.» sch