
Berlin (kobinet) 180 Millionen Euro werden bis ins Jahr 2008 für die dringend notwendige Modernisierung von 59 Hochgeschwindigkeitszügen der ICE-1-Flotte der Deutschen Bahn (DB) aufgewendet, berichtet heute die Berliner Zeitung. Der 1991 eingeführte Hochgeschwindigkeitszug kam in die Jahre und wird nun runderneuert. «Wir werden sie fit machen für weitere 15 Jahre», sagt der Chef des Nürnberger DB-Werkes, Dietmar Pötzsch. Die alten ICE bekommen weit mehr als eine optische Anpassung an den ICE 3 verpasst. Jeder ICE besteht aus meist 12 Wagen. Es werden rund 700 Wagen runderneuert. Die 12.000 Einzelteile pro Wagen werden nach dem Ausbau registriert, geprüft, gereinigt und aufgearbeitet. «Dafür wird jeder der mehr als 700 Wagen bis auf die Außenhülle entkernt», wird Pötzsch zitiert. Um die Züge auf den vorgesehenen Standard der ICE-3-Generation zu bringen, müssen unter anderem 42.000 Sitze, 40.000 Quadratmeter Bodenbelag, mehr als 5.000 Tische, 11.000 Sonnenrollos, neue Toiletten und Bordrestaurants eingebaut werden. Welche konkreten Maßnahmen zur Erhöhung der Barrierefreiheit gesetzt werden, konnte auf kobinet-Nachfrage bei der Deutschen Bahn nicht beantwortet werden. Man müsse erst genau nachfragen, so die offizielle Antwort. Fix dürfte nur eines sein: Hebelift werde keiner eingebaut. lad
Michael Prestel schrieb am 06.06.2005, 21:19
Unsere Familie kann den ICE, ob alt oder neu, nur sehr begrenzt nutzen. Wenn wir zu dritt im Rollstuhl reisen wollen, gibt es im Wagen 9 vielleicht noch eine Kompromissmöglichkeit, weil im benachbarten Bistro Frau, Kind oder Mann parken können. Wenn wir mit den Großeltern reisen wollen, die beide auch im Rollstuhl sitzen, sind wir ohne Chance.
Ursula Lehmann schrieb am 06.06.2005, 20:56
Eine stattliche Summe wird für die Erneuerung der ersten Generation unserer schnellsten Züge ausgegeben. Das wäre doch eine gute Möglichkeit, um ein Abteil einzurichten, damit auch Gruppenreisen von Fahrgästen im Rollstuhl möglich sind. Bis jetzt sind Gruppen (ab sechs Personen) im ICE vom Bahnrabatt ausgeschlossen. Fahrzeuggebundene Ein- und Ausstiegshilfen, die technisch bekanntermaßen möglich sind und auch für Kinderwagen hilfreich wären, hätten hier ausprobiert werden können. Schade, wenn nicht.