
Berlin (kobinet) In den Medien kommen Themen wie Behinderung, Alter oder Tod selten vor. Das schreibt heute Martin Franke in der Berliner Zeitung. Als Ausnahme nennt er das vierteljährlich erscheinende Magazin «Menschen». Zehn Prozent der Bevölkerung sind direkt oder durch Angehörige von Behinderung betroffen, stellt der Autor fest. «Und den Mühen des Alterns und Sterbens kann keiner entgehen. Trotzdem ist die Berichterstattung in der Presse auffallend zurückhaltend, wenn es darum geht, den so genannten weichen Themen, die ganz schön hart sein können, ein Gesicht zu geben. Alte, Kranke oder Behinderte gelten als unsexy und schwer vermittelbar.» Dass das nicht so sein muss, zeige das Magazin «Menschen», die vierteljährliche, werbefreie Zeitschrift der Aktion Mensch. Mitglieder des Vereins sind die großen Wohlfahrtsverbände und das ZDF. Mit langen Fotostrecken, aufwändiger Gestaltung und guten Autoren ist «Menschen» so etwas wie die Zeitschrift Stern der Sozialmagazine geworden. Um Themen wie Scham oder Kinderkriegen bei Behinderten geht es in den Rubriken Gesellschaft, Wissen, Menschen und Spezial, die in jeder Ausgabe wiederkehren. 35 000 Hefte, über ein Drittel der Auflage, werden an Abonnenten verschickt. Die Redaktion ist in der komfortablen Lage, keine Gewinne erwirtschaften zu müssen, denn hinter ihr steht mit der Aktion Mensch die größte deutsche Soziallotterie als Finanzier. «Das Leserinteresse und der soziale Blick auf gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen haben höchste Priorität», wird Chefredakteurin Heike Zirden zitiert. sch