14.06.2005
- 21:04
Grüne: Kannibale Schröder.
Göttingen (kobinet) Anlässlich der Entgegennahme der Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen hat sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) heute für mehr uneingeschränkte Forschung mit embryonalen Stammzellen in Deutschland ausgesprochen. Der Deutsche Bundestag hatte 2002 beschlossen, dass in Deutschland keine Embryonen zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte bereits auf dem gestrigen SPD-Wirtschaftsforum mehr Freiheit für die embryonale Stammzellenforschung in Deutschland verlangt.
Heftige Reaktionen auf Schröders Äußerungen gab es bei den Bundestagsparteien. Die Grünen warnten davor, die Grenzen der Bio-Ethik leichtfertig den Interessen der Pharmaindustrie zu opfern. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, nannte Schröders neues Wahlkampfthema «forschungspolitisch verbrämten Kannibalismus». Seitens der Unionsparteien wurde kritisiert, der Kanzler wolle sich einen forschungsfreundlichen Anschein geben. Lediglich aus der FDP fand Schröders Vorstoß Zustimmung. hjr
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