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22.06.2005 - 10:46

Ambulante Angebote statt Pflegeplatz-Börse.

Essen / Hollenbach (kobinet) Der Verband deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) in Essen hat jetzt eine Internetseite frei geschaltet, auf der «Heim»-betreiber ihre freien Plätze anbieten. Das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen fordert dagegen eine Reduzierung - und mittelfristig den kompletten Abbau - der «Heim»plätze. Wer für einen Angehörigen einen freien Pflegeplatz sucht, kann per Stichwort auf der Internetseite des VDAB bundesweit gezielt zum Beispiel nach «Heimen» in seiner Nähe suchen, die gerade Plätze frei haben. Für «Heim»platzsuchende entstehen keine Kosten. «Das klingt zunächst einmal wie ein toller Service für Menschen, die nicht wissen wohin mit ihren ‚pflegebedürftigen' Angehörigen und die einen Platz für diese suchen», meint Elke Bartz, Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.). Viel besser wäre es jedoch, ambulante Angebote zu offerieren und dort, wo sie noch nicht ausreichend vorhanden sind, zu schaffen. «Wenn ein Pflege- oder sonstiger Unterstützungsbedarf plötzlich eintritt, wird der Ruf nach einem ‚Heim' meist schnell laut. Kostenträger und Anbieter sind rasch dabei zu behaupten, eine (umfangreiche) Versorgung sei nur in einer stationären Einrichtung möglich. Ambulante Angebote werden kaum gemacht». Dabei müsse kein Mensch - gleichgültig ob alt und/oder behindert - in einer stationären Einrichtung «leben», wenn es ausreichend ambulante Angebote gäbe. «Uns stellt sich die Frage, ob der angebliche Services für Menschen, die auf personelle Hilfen angewiesen sind, nicht nur ein Deckmäntelchen ist. Oder ob nicht vielmehr freie besetzte ‚Heim'plätze schnellstmöglich wieder gefüllt werden sollen, damit dem Wirtschaftlichkeitsfaktor Rechnung getragen wird», so Bartz. Statt ihre Anstalten zu füllen, sollten die Träger ihre Angebote den Bedürfnissen der Menschen anpassen und sich mit ambulanten Strukturen präsentieren. hjr 

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