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18.11.2003 - 16:00

Blindengeld bei Abschlusskundgebung in Wiesbaden nicht erwähnt.

Wiesbaden (kobinet) Die Blindengeldkürzung um 30 % war kein Thema auf der Kundgebung nach der Großdemonstration gegen den sozialen Kahlschlag in Hessen. Rund 600 Blinde und Sehbehinderte, so eine Zählung des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen (BSBH), waren zu der Demonstration gereist, um ihre Solidarität mit den Betroffenen im öffentlichen Dienst zu bekunden und gegen die Kürzung des Blindengeldes zu protestieren. «Auf der Kundgebung spielte das Blindengeld keine Rolle, Behinderte wurden nicht einmal erwähnt», empörte sich ein Demonstrationsteilnehmer. «Es ist schlimm, dass den Beamten das Weihnachtsgeld gekürzt wird, und dass das Urlaubsgeld künftig ganz wegfallen soll. Wir hätten uns lediglich gewünscht, dass auch die Tatsache, dass Blinde zum Sozialamt getrieben werden, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Hilfsmittel und damit beispielsweise ihr Studium zu finanzieren, auch Erwähnung findet“, so der Demonstrant weiter. Der BSBH hatte offenbar versucht, noch einen Vertreter auf die Rednerliste der Kundgebung zu bekommen, aber ohne Erfolg. Auch die öffentlich-rechtlichen Medien nahmen bis heute Morgen von der Blindengeldkürzung keine Notiz. Nach einem Hinweis des Journalisten Franz-Josef Hanke aus Marburg brachte eine lokale Sendung des Hessischen Rundfunks einen Ausschnitt von 53 Sekunden zu diesem Thema, und erst danach wurde ein Vertreter des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) von der Nachrichtenredaktion des HR um ein Interview gebeten. Einige DemonstrantInnen zeigten sich enttäuscht über die schlechte Medienarbeit der Verbände. Sie hoffen, dass die gut angelaufene Aktion der Gespräche mit den CDU-Landtagsabgeordneten größeren Erfolg bringt. jeb  

 
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