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19.11.2003 - 09:15

Sozial Schwache abgebürstet.

Hamburg (kobinet) Der katholische Wirtschaftsethiker und Jesuitenpater, Professor Friedhelm Hengsbach, sieht die Gefahr, dass in Deutschland der «Sozialstaat eingerissen wird». Äußerungen des Kanzlers, es gebe zu den Reformplänen der Regierung keine Alternative, seien eine «Bankrotterklärung der Politik». «Ich habe das Gefühl, Schröder möchte den wirtschaftlichen Eliten gefallen. Er lässt sich von ihnen treiben und tritt dafür kräftig nach unten», sagte der Jesuitenpater in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Es sei eine bittere Ironie der Geschichte, dass ein SPD-Kanzler das Lambsdorff-Tietmeyer-Papier von 1982 nicht nur umsetze, sondern noch verschärfe. «Seine Agenda 2010 ist eine Kriegserklärung an die Opfer der Krise», sagte Hengsbach. «So hat noch kein Kanzler die sozial Schwachen abgebürstet, so schroff hat noch keiner die Leute gepeitscht.» Reformzwänge mit Hinweis auf die Globalisierung lässt der Wirtschaftsethiker nicht gelten. «Globalisierung! Das ist ein Zauberwort, eine Mehrzweckwaffe, um Löhne, Steuern, Sozialabgaben zu senken. Es ist ein Wahn». Deutschland sei nicht Opfer der Globalisierung, sondern ihr wichtigster Motor. sch  

 
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