Claustal-Zellerfeld (kobinet) Einfach abserviert fühlte sich Marc Groebe als er mit einer Gruppe behinderter Menschen die Glasbläserei in Claustal-Zellerfeld besichtigen wollte. Entgegen vorherigen Auskünften standen die RollstuhlnutzerInnen vor Stufen. Im folgenden wird der an die kobinet-nachrichten gesandte Erfahrungsbericht von Marc Groebe veröffentlicht:
Von Marc Groebe
Zusammen mit den Behindertenkreis der Diakonie Zerbst verbrachte ich einige Julitage im Harz. Übernachtet haben wir im idyllischen Kloster Grauhof. Neben vielen Unternehmungen, wo wir als Rollstuhlfahrer immer wieder die Gastfreundschaft der kulturellen und gastronomischen Einrichtungen genossen, erlebten wir auch eine Negativ-Erfahrung, von der ich kurz berichten möchte.
Am 22. Juli 2005 wollten wir die Glasbläserei in Claustal-Zellerfeld besichtigen. Im Vorhinein erkundigten wir uns telefonisch, ob der Besuch der Glasbläserei mit Rollstühlen überhaupt möglich ist. Auch bei der Terminabsprache am Morgen dieses Tages bestätigte man uns die Barrierefreiheit des Objektes. Doch als wir ankamen staunten wir nicht schlecht. Wir standen vor drei unüberwindliche Stufen. Anlegbare Rampen waren Fehlanzeige. Auf Nachfrage kam eine Mitarbeiterin an die Tür und stellte sich unschuldig nach dem Motto «Ich weiß nicht, was Sie haben: Im Inneren ist alles barrierefrei» hin.
Abgesehen von den nicht niedrigen Gebühren für die Behindertenfahrzeuge, die wir als sozialschwache Menschen nun unnötig aufbringen mussten, fühlen wir uns vom der Glasbläserei Claustal-Zellerfeld einfach dreist abserviert. omp