
Berlin (kobinet) Arbeitsplätze für Behinderte und die gemeinsame Erziehung von behinderten und nicht behinderten Kindern sind nach Ansicht von Martin Marquard Schwerpunkte seiner zweiten Amtsperiode als Behindertenbeauftragter des Landes Berlin. Zu Themen wie Arbeit und Beschäftigung, Mobilität und Bauen, Pflege und Assistenz äußerte sich Marquard nach fünf Jahren Amtszeit in einem Interview, das Thomas Golka für WIR, das Magazin der Fürst Donnersmarck-Stiftung, führte. «Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen, ist eine Daueraufgabe. Hier werden wir mit dem Integrationspreis die Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Arbeitgeber verstärken», sagte Marquard. Die gemeinsame Erziehung von behinderten und nicht behinderten Kindern stehe oben auf seiner Agenda. Im November soll eine Tagung darüber Aufschluss geben, wo Berlin international einzuordnen ist. Durch neue gesetzliche Regelungen müsse endlich erreicht werden, «dass der gemeinsame Unterricht nicht mehr unter einem Finanzvorbehalt steht, sondern als Regelleistung allen Eltern die wirkliche Wahlfreiheit ermöglicht». In einer überwiegend positiven Bilanz seiner ersten Amtsperiode konstatierte der Behindertenbeauftragte Rückschritte auf dem Themenfeld Beschäftigung/Arbeit. Bei der Aktion 50.000 Jobs vor einigen Jahren sind viele behinderte Menschen in kurzfristige Beschäftigung gekommen oder in die Rente abgeschoben worden. Angeblich wurde eine Senkung der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung um fast 25 % erreicht. Mit diesem Ergebnis wurde die Senkung der Beschäftigungsquote von sechs auf fünf Prozent begründet. «Nachdem zwei Jahre um waren, schnellte die Arbeitslosigkeit, insbesondere hier in Berlin und Brandenburg, wieder stark in die Höhe. Das ist sehr unbefriedigend. Die Maßnahmen wirkten nicht nachhaltig», so Marquard. Das sei eine Kampagne gewesen, die gewisse Effekte brachte, aber leider nichts auf Dauer. sch
Vollständiges Interview mit Martin Marquard