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08.08.2005 - 07:04

Sprechende Busse und Bahnen.

Dresden (kobinet) Dresden hat als erste deutsche Stadt ein System für die Orientierung Sehbehinderter im Nahverkehr eingeführt. Mit einem Minifunksender können blinde Fahrgäste Lautsprecheransagen von Bussen und Bahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) abrufen. Der Sender ist nicht viel größer als eine Streichholzschachtel und mit drei Tasten ausgerüstet. Ein Druck auf die erste Taste lässt in die Haltestelle einrollende Busse oder Bahnen per Außenlautsprecher Liniennummer und Fahrtziel ansagen. Die zweite Taste löst ein optisches und akustisches Signal beim Fahrer aus, das ihn auf einen behinderten Fahrgast hinweist, der ein- oder aussteigen möchte. Dabei ist es unerheblich, ob sich der Fahrgast im Wagen oder an der Haltestelle aufhält. Wurde die Innenansage der nächsten Haltestelle überhört, kann mit Hilfe der dritten Taste die Haltestellenankündigung im Fahrzeug ein zweites Mal ausgelöst werden. Die neue Technik ist nach Angaben des Unternehmens auch für Fahrgäste geeignet, die auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen sind. Potenzielle Nutzer können die Geräte bei ihren jeweiligen Behindertenverbänden bestellen. Bis jetzt sind 20 Stadtbahnen und zehn Busse mit dem System ausgerüstet, das die Verkehrsbetriebe nach einer Anregung aus Prag. Bis Jahresende sollen es insgesamt etwa 200 Busse und Bahnen sein. Das System kann nur in die modernen Stadtbahnwagen und die Dresdner Busse neuerer Generation eingebaut werden, die serienmäßig über Innen- und Außenlautsprecher verfügen. Die Entwicklung und der Einbau des Systems kosten etwa 600.000 Euro, von denen 90 Prozent durch Bundesmittel gefördert werden. Als erster Anwender bemüht sich die DVB AG im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen um die Einführung eines bundesweit einheitlichen Standards. So könnten die Sender künftig auch in Fahrzeugen anderer deutscher Städte verwendet werden. sch  

 
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