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27.08.2005 - 10:58

Fortschritt oder Makulatur.

Eschweiler / Hollenbach (kobinet) In Eschweiler wurde eine neue Wohnanlage für Menschen mit Behinderungen bezogen. Das berichtet die Aachener Zeitung (AZ web). Elke Bartz, Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) fragt sich, ob es tatsächlich eine Anlage ist, die selbstbestimmtes Leben in der Gemeinde ermöglicht. "Die Überschrift 'Jeder Behinderte hat sein eigenes Reich' macht mich skeptisch", meint Bartz. "Denn lediglich ein eigenes Zimmer als Rückzugmöglichkeit dürfte wohl das absolute Minimum auf Individualität bedeuten. Um wirklich selbstbestimmt und in der Gemeinde leben zu können bedarf es etwas mehr als das." Ein Apartment wie das des Landschaftsverbands Rheinland möge zwar besser sein, als eine Einrichtung mit vielen Zimmern und langen Fluren. Doch komme es sehr darauf an, ob es sich um eine ambulante Einrichtung handele, bei der die Bewohnerinnen und Bewohner selbst bestimmen könnten, wer, wann, wo und wie die notwendigen Hilfenleisten würden und ob sie über finanziellen Mittel selbst verfügen könnten. "Im Bericht der AZ heißt es, das Mobiliar könne selbst ausgewählt werden und die Bewohner könnten 'bei der Gestaltung der Räume federführend mitwirken'. Meine Möbel konnte ich mir vor fast 30 Jahren als ich in einem 'Heim' lebte auch schon selbst aussuchen. Und 'federführend mitwirken' heißt doch, dass nicht komplett selbst bestimmt werden kann, wie das Zimmer gestaltet wird", so Bartz. Selbst Regionalleiter Dr. Christian Bradl mache laut AZ Einschränkungen, wenn er meine mit der Einzelwohnkonzeption 'den wirklichen Bedingungen der Menschen mit Behinderungen wesentlich näher kommen' (zu können). Bartz nimmt an, Bradl meine mit Bedingungen die Bedürfnisse. "Aber diesen näher kommen zu können, heißt noch lange nicht, ihnen gerecht zu werden. Und auch ein goldener Käfig, bleibt ein Käfig". omp  

 
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