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kobinet-nachrichten
01.09.2005 - 00:23
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Frankfurt am Main (kobinet) Dass behinderte Menschen selbstverständlich allein reisen können stellte die Leiterin der Kontaktstelle für kundenbezogene Behindertenangelegenheiten der Deutschen Bahn Bahn Fernverkehr AG, Ellen Engel, als Reaktion auf die Erfahrungen von Waltraud David in Mannheim klar. Dort hatte die blinde Rollstuhlfahrerin sich von einer Servicemitarbeiterin anhören müssen, dass Behinderte nicht allein reisen dürften. (vgl. kobinet-nachrichten vom 30.8.2005) "Selbstverständlich besteht keine Pflicht für blinde Reisende eine Begleitperson mitzunehmen. Blinde Menschen haben lediglich einen Anspruch auf eine kostenlose Beförderung der Begleitperson. Vielfach haben blinde Reisende niemanden, der sie begleiten könnte, und genau in dieser Situation ist unser Mobilitätsservice hilfreich und sollte auch optimal funktionieren", stellte Ellen Engel klar. "Auch wenn aktuelle Kundenumfragen unseren rund 24.000 MitarbeiterInnen im direkten Kundenkontakt immer mehr Serviceorientierung und Freundlichkeit bestätigen, gibt es offensichtlich noch KollegInnen, die nicht immer ein kundenorientiertes Verhalten an den Tag legen können", so Ellen Engel. Für die Deutsche Bahn sei es daher sehr wichtig, dass diese über Fehlverhalten ihrer MitarbeiterInnen durch ihre Kunden informiert werden. "Sie können davon ausgehen, dass wir Versäumnisse, Unkorrektheiten oder gar Pflichtverletzungen intern konsequent auswerten und weiterverfolgen. Zweifelsohne wissen wir, dass wir in vielen Bereichen besser werden müssen. Wir unternehmen große Anstrengungen, um unseren Kunden den Service zu bieten, den Sie von einem modernen Verkehrsdienstleister erwarten dürfen. Dazu haben wir konzernweit entsprechende Maßnahmen und Programme gestartet, deren Umsetzung durch unseren Vorstand regelmäßig überwacht wird", schrieb Ellen Engel als Reaktion auf den Bericht über die Erfahrungen von Waltraud David vom Netzwerk People First Deutschland. omp
Arnd Hellinger schrieb am 24.09.2005, 00:52
Bei aller berechtigten Kritik an gewissen Abläufen und Entscheidungen bei der DB stelle ich mir im Moment eine ganz andere Frage: Warum veröffentlicht kobinet bis heute nicht die (mir in Kopie vorliegende) Gegendarstellung der DB Fernverkehr AG an Frau David vom 20. September 2005 wenigstens in Auszügen?
Guter Journalismus zeichnet sich nun einmal dadurch aus, ALLE an einem Vorgang Beteiligten zu Wort kommen zu lassen und erst DANACH eine wie auch immer geartete Wertung abzugeben.
Reinhold Piwek schrieb am 21.09.2005, 14:25
Was mich ( 100% Beh. wg Herz, Begleitperson nachgwiesen) seit langer Zeit ärgert, das bei Fehlverhalten einzelner Personen, gleich immer DIE BAHN kritisiert wird, ich aber selten ein Lob höre/lese wenn mal etwas gut gelaufen ist. So bin ich persönlich sehr zufrieden. Auf meinem Weg von Bochum nach Sylt stellte ich fest, das der reguläre Zug ausgefallen war und ich in einem Ersatzzug war. Wie mir der Schaffner erklärte, leider mit 5 Wagen weniger als der Planmäßige. Er hatte meinen Behindertenausweis gesehen, überlegte kurz und machte mir einen Vorschlag. Ab Dortmund fährt in 30 min ein ICE nach Hamburg, von dort ein Anschlusszug nach Sylt. In beiden bekommen sie ganz sicher einen ruhigen, bequemen Sitzplatz, wenn sie einverstanden sind sprech ich mit dem Kollegen vom ICE. Was er beim kurzen Aufenthalt in DO auch tat und mir so zu einer Fahrt, ohne Mehrkosten, in einem nur gering besetzten Zug verhalf und ich ein ganzes Abteil für mich hatte. Auch so etwas "erfreuliches" passiert.
Gerade im Fall zum Thema Behinderte allein reisen, gebe ich auch etwas anderes zu Bedenken. Der org. Wortlaut im Haus lautet: Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen! Selbst eine Mitarbeiterin beim Versorgungsamt gab mir auf Anfrage, da mir dieser Wortlaut merkwürdig vorkam, Ja, wenn sie Reisen müssen sie eine Begleitperson haben! Es liegt nicht an DER BAHN ( generell ) oder am Versorgungsamt, wenn vereinzelt Mitarbeiter eventuell bei Schulungen nicht aufgepasst oder nachgefragt haben. Was mich einfach nervt, ist das viele daraus dann pauschalieren und anfangen zu Hetzen. Bei Anregungen zur Verbesserung die ich übers Internet an die Bahn gerichtet habe, bekam ich bisher immer positive Resonanz. Schwarze Schafe, sorry, die finden wir auf beiden Seiten. Und Kritik erst dann zu üben, wenn die Gegenseite schon ausführlich erklärt hat, hier tätig zu werden und Abhilfe zu schaffen, ist in meinen Augen eh unterste Schublade. Allen einen schönen Tag noch wünsche.
Joachim Hartinger schrieb am 01.09.2005, 11:33
Entschuldigung, aber der Bahn gebe ich nicht das Recht zu entscheiden, ob ich allein reisen darf oder nicht. Wie kommt sie dazu? Auch Behinderte sind, wenn sie über 18 Jahre alt sind, erwachsen. Und Menschen sowieso.
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