
Berlin (kobinet) Cherno Jobatey trägt es inzwischen mit Fassung. «Ich freue mich, dass jetzt ein wichtiges Thema in aller Munde ist: die Lese- und Rechtschreibschwäche Legasthenie», wird Jobatey heute in einem ausführlichen Bericht der Berliner Morgenpost zitiert. Der ZDF- und RBB-Moderator wurde Sonntag in der erst jetzt ausgestrahlten Sendung «Zimmer frei» von seinen gastgebenden Kollegen Götz Alsmann und Christine Westermann wegen seiner einstigen Legasthenie gehänselt und in die Enge getrieben. Über die TV-Folge aus dem Jahr 1999 wurde in den Tagen vor der Ausstrahlung viel diskutiert. Kolportiert wurde, Jobatey habe sich über seine Moderationskollegen so geärgert, dass er während der Aufzeichnung aufgestanden sei und für zehn Minuten das Studio verlassen habe. Jobatey selbst sagte, er sei nur aufgestanden und habe hinter der Kamera Faxen gemacht, um die Kollegen zu ärgern. Jobatey hat sich die Sendung zu Hause angeschaut. Mit seiner Freundin Katrin und seiner ehemaligen Lehrerin aus Grundschulzeiten in Charlottenburg. «Sie ist eine tolle alte Dame. Ihr habe ich viel zu verdanken. Sie hat mir früher immer gesagt: Gib nicht auf, bleib dran. Mit ihrer Hilfe habe ich meine Behinderung überwinden können. Heute kann ich einwandfrei lesen und schreiben.» Über die Sendung sagte der TV-Moderator der Berliner Morgenpost: «Wir haben darin alle blöd ausgesehen. Das Einzige, was mich immer noch ärgert, ist die Tatsache, dass Witze über Behinderungen gemacht werden. Ich kann das nicht lustig finden. In Deutschland sind vier Millionen Menschen von Legasthenie betroffen.» Seit der Sendung füllen sich Jobateys E-Mail- und Postfach im Sender. «Menschen fragen mich um Rat und wollen sehr detailliert wissen, was man tun kann. Ich versuche, ihnen Mut zu machen und ihnen auch zu sagen: Gebt nicht auf, paukt, paukt, paukt. Man kann Erfolge erzielen.» sch