
Berlin (kobinet) In der hauptstädtischen Presse wird heute die blinde Läuferin Regina Vollbrecht gefeiert, die beim Berlin-Marathon einen Weltrekord in 3:22:08 aufstellte. "Berlins blinde Heldin", titelte die B.Z. Die 28-jährige Sozialpädagogin ist beim Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Berlin beschäftigt. Von Geburt an blind, besuchte sie eine spezielle Schule für Blinde und Sehbehinderte in Königs Wusterhausen. Dort kam sie mit dem Sport das erste Mal in Berührung. 1998 lernte sie ihren Mann Harald aus der Tandemgruppe des "Berliner Bindensportvereines" kennen. Durch ihn ist sie nicht nur zum sportlichen Tandemfahren gekommen, sondern auch zum Langstreckenlaufen. Schon im September 1998 hat sie ihren ersten Triathlon über die Sprintdistanz von 750 Meter Schwimmen, 22 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen absolviert. Dieser Wettkampf war ihr erster gemeinsamer Start mit nicht behinderten Athleten. Im Jahr 2000 lief die gebürtige Rostockerin ihren ersten Marathon in Berlin. Bei den Paralympics wurde sie mit dem Damen-Goalball-Team Sechster in Athen 2004. Fünf Wochen später startete sie beim Frankfurt-Marathon und konnte mit einer Zeit von 3:45:29 Stunden die Weltbestzeit der blinden Marathonläuferinnen unterbieten. Die selbstbewusste Frau, die für den Sportclub Potsdam startet, hatte vor dem 32. Berlin-Marathon eine Zeit von 3:25 bis 3:28 Stunden angekündigt. Mit dem angestrebten Weltrekord in ihrer Heimatstadt blieb sie dann noch deutlich unter diesem Richtwert, der für einen neuen Weltrekord ausgereicht hätte. sch