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26.09.2005 - 14:25

Den Mann mit dem Hammer gespürt.

Berlin/Kassel (kobinet) Beim gestrigen Berlin-Marathon hat Ottmar Miles-Paul den Lauf zwar gut geschafft, den Mann mit dem Hammer aber hinterher in Form von Kreislaufproblemen und Krämpfen gespürt. kobinet-Redakteurin Elke Bartz sprach mit dem Koordinator der Kampagne "Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder", der beim gestrigen Berlin-Marathon zusammen mit Hans-Günter Heiden noch einmal wissen wollte, wie gut die Kondition für Veränderungen noch ist. kobinet-nachrichten: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Durchkommen beim Berlin-Marathon. Wie ist es denn gelaufen? Ottmar Miles-Paul: Der Lauf selbst war eigentlich ganz gut. Super Stimmung, mit 40.000 LäuferInnen viel nette Gesellschaft und wenig, was mich beim Lauf zwickte und zwackte. Mit meinen 5:22 Stunden habe ich zwar nicht die anvisierte 5-Stunden-Marke unterschritten, doch bei der Hitze wurde mir recht schnell klar, dass Ankommen alles ist. Das tolle Wetter hat zwar eine Superstimmung und riesen Resonanz beim Publikum bewirkt, für uns LäuferInnen war das aber ein ganz schöner Hammer. kobinet-nachrichten: Wie hat sich die Hitze bei Ihnen während des Laufs ausgewirkt? Ottmar Miles-Paul: Die ersten 15 km liefen für mich super, jeweils ein Schnitt von ca. 32 Minuten, doch dann habe ich gegen 11.00 Uhr die Hitze gemerkt und musste dann auch recht schnell immer mehr auf Walken umstellen. Eigentlich bin ich gar kein richtiger Jogger, sondern mehr ein Walker. Ich habe zwar unendlich viel getrunken, wo das nur ging, doch war mit ab km 25 klar, dass ankommen bei diesem Lauf alles ist, denn gegen 12.00 Uhr brannte einem die Sonne ganz schön auf's Fell. kobinet-nachrichten: Im Ziel waren Sie aber glücklich? Ottmar Miles-Paul: So ein Marathon ist eigentlich wie jeder größere Erfolg: Wenn man in Richtung Brandenburger Tor läuft und das Schlimmste hinter einem liegt, strahlt man und freut sich über die Quälerei. Doch dieses Mal folgte dem Glück für mich schnell der Ernüchterung und der Einsicht, was für eine Hammerstrecke 42,195 km eigentlich sind. Als ich gut 45 Minuten nach dem Lauf zuerst guter Dinge in der S-Bahn saß, besuchte mich plötzlich der Mann mit dem Hammer, was heißt, dass ich einem Kreislaufkollaps sehr nahe kam. Etwa fünf Minuten musste ich schwer mit mir und mit Schweißausbrüchen ringen, damit es mich nicht umhaut. Im Hotel hatte ich dann ca. sieben Wadenkrämpfe, so dass ich zum Essen später ziemlich humpelte, aber wieder gut beisammen war. Doch diese Erfahrung, die ich das erste Mal nach einem solchen Lauf machte, hat mir gezeigt, was für eine Anstrengung solch ein Lauf ist. kobinet-nachrichten: Wenn Sie den Lauf jetzt mit der Kampagne "Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder" vergleichen, welche Schlüsse ziehen Sie dann? Ottmar Miles-Paul: Da gibt es ganz viele Vergleiche. Behinderteneinrichtungen aufzulösen und durch ambulante Angebote zu ersetzen, ist eine Aufgabe, die einem Marathon locker gleichkommt. Es scheint ein unheimlich langer Weg, den sich viele erst gar nicht zu beschreiten trauen. Hat man sich erst mal auf den Weg gemacht, kommen viele Zweifel und zum Teil heftiger Gegenwind und auch so manche Einbrüche. Doch der Weg lohnt sich und ist nötig. Wichtig ist dabei, dass man bei einem solchen Kampf die eigenen Kräfte richtig einschätzt, denn wir wollen, dass dabei niemand auf der Strecke bleibt oder gar umkippt. Ich hoffe also, dass wir jetzt nach einem Jahr streiten für das Niederreißen von Mauern und für ambulante Angebote noch viel mehr MitkämpferInnen finden, die sich mit uns auf diesen schweren aber notwendigen Weg machen. kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Anke Glasmacher schrieb am 27.09.2005, 10:45

Glückwunsch!

Ottmar, ich bin soooo stolz auf Dich!

ursula lehmann schrieb am 27.09.2005, 00:05

das haste nun davon

eure fans wussten nicht, dass ottmar + hgh am marat-hon teilnehmen. Eure berliner chairleader wurden nicht be- nachrichtigt, so hättet ihr mehr energie und kraft für diese tour gehabt. Ach so, mit
dieser bundesregierung bricht
auch unsere gemeinsame ver-
gangenheit zusammen.
Herzliche Grüße, von Brigitte,
Uschi, Beate, Evelyn, Christa Hannelore, Käthe, Anita, Inge,
bärbel, marlies, erika, corinna u.v.m.

petra Groß schrieb am 26.09.2005, 15:59

Alles gute noch mal und Danke

Ich war selber auch dabei war sehr gespaht wo Ottmar läuft ich habe ihm zwei mal gesehen und habe im immer gesagt weiter So....

Auch Hans Günter habe ich bageschlagen gesehen.

gruß Petra

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