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kobinet-nachrichten 08.10.2005 - 18:00
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Ottmar Miles-Paul wieder für Kommunalwahl nominiert

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Kassel (kobinet) Der langjährige Aktivist der Behindertenbewegung, Ottmar Miles-Paul, wurde heute von den Kasseler Grünen auf den aussichtsreichen Listenplatz acht für die Kommunalwahl am 26. März 2006 gewählt. Nachdem der sehbehinderte in Kassel lebende Schwabe schon vor einigen Jahren die Forderung "Behinderte in die Parlamente" parteiübergreifend propagierte, entschied er sich im Jahr 2001 selbst dafür, für's Kasseler Stadtparlament zu kandidieren. Die Grünen boten ihm damals den knappen, aber immer noch chancenreichen Listenplatz zwölf an und wählten ihn auch prompt. So schaffte der heute 41jährige Ottmar Miles-Paul dann auch den Einzug ins Parlament und war fortan für die Verkehrs-, Behinderten- und Friedhofspolitik der Grünen Rathausfraktion zuständig. Hierfür wirkte er in insgesamt zehn Ausschüssen, Kommissionen, Aufsichtsräten und Beiräten mit, die von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung aus zu besetzen waren. Diese reichten vom Aufsichtsrat der Kasseler Verkehrsgesellschaft, über den Friedhofsausschuss bis zum Flughafenbeirat. "Nachdem ich in den letzten viereinhalb Jahren Parlamentsarbeit viel Lehrgeld bezahlt habe und jetzt so richtig weiß, wo der Hase langläuft und wie das politische Spiel läuft, möchte ich diese Erfahrungen trotz des hohen zeitlichen ehrenamtlichen Aufwandes noch einmal in eine weitere fünfjährige Legislaturperiode einbringen. Deshalb, und weil es in Kassel noch viel, vor allem auch in der Behindertenpolitik, zu erreichen gibt, habe ich mich entschlossen, noch einmal anzutreten", erklärte Miles-Paul. Mit der heutigen Wahl auf den aussichtsreichen Listenplatz acht der Liste für die Kommunalwahl der Kasseler Grünen, die bisher zwölf von insgtesamt 71 Sitzen in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung besetzen können, hat er nun gute Chancen, auch den Wiedereinzug ins Parlament zu schaffen. Miles-Paul erhielt übrigens als einziger Kandidat die Stimmen aller anwesender Mitglieder der Grünen. "Jetzt kann der Wahlkampf so richtig losgehen, denn letztendlich entscheiden die BürgerInnen am 26. März 2006, wen sie wirklich haben wollen. Das Kumulieren und Panaschieren, dass es bei uns in Hessen seit 2001 gibt, macht dabei die Wahl noch mal richtig spannend und regt zum Kämpfen an", erklärte Miles-Paul. Vor allem hofft der als freiberuflicher Publizist arbeitende Miles-Paul jedoch, dass es auch anderen behinderten Menschen gelingt, den Einzug ins Parlament zu schaffen. "Denn tagtäglich erlebe ich wie wichtig es ist, dass behinderte Menschen selbst in Parlamenten sitzen und herkömmliche Denkweisen gegenüber Behinderten aus dieser Position heraus herausfordern". elba 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Ilja Seifert schrieb am 09.10.2005, 12:21

Zur Nachahmung empfohlen

Als erstes: Glückwunsch, lieber Ottmar, zur erneuten - und aussichtsreichen - Kandidatur! So starke Persönlichkeiten wie Du gehören auf allen Ebenen in die Parlamente.

Meine guten Wünsche gelten parteiübergreifend, denn wir wissen uns in einer "Front", wenn es darum geht, die Interessen derer zu vertreten, die strukturell immer zu den Schwächeren gehören: Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen.

Es wäre sehr erfreulich, wenn Dein Beispiel massenhaft Schule machte. Mögen sich möglichst viele Betroffene - Frauen und Männer - hinreichend qualifizieren, solche Aufgaben gut zu erfüllen! Dazu gehören persönlicher Mut, politisches Interesse und - nicht zuletzt - jede Menge Sachverstand. Aber auch das Umfeld muß "stimmen". Sowohl in der Partei, für die (bzw. mit der) frau/man antritt, als auch im persönlichen (familiären) Bereich, sowohl die erforderliche Assistenz muß gegeben sein als auch hinreichende Barrierefreiheit gebraucht wird. So manche/r von uns erreichte letzteres allein durch ihre/seine Anwesenheit in Parlamenten. Aber das kann nur der Anfang sein, die Basis, von der aus wir wirksam werden: Aus der Perspektive behinderter Menschen mit dem Blick auf Nutzen für alle.

Von Dir, lieber grüner Freund, wissen wir, daß Du - obwohl Du den ehrenvollen Titel "Friedhofspolitischer Sprecher" tragen darfst - nicht für Sonderfriedhöfe eintrittst. Auch diesbezüglich kannst Du als Vorbild genommen werden.

Ilja Seifert, MdB; Dein roter Freund
in der Linksfraktion im Deutschen Bundestag

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