
Jena (kobinet) Im nächsten Jahr stehen in Deutschland sieben Landtags- oder Kommunalwahlen an. Daher fordert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) behinderte Menschen auf, sich in die Politik einzumischen und wo möglich, selbst für Parlamente zu kandidieren. "Wir stellen fest, dass dort, wo behinderte Menschen mit einem Bürgerrechtsbewusstsein selbst in den Parlamenten vertreten sind, zum Teil erhebliche Weiterentwicklungen in der Behindertenpolitik verzeichnet werden können. Deshalb treten wir dafür ein, dass sich mehr behinderte Menschen in die Politik einmischen und diese mitprägen", erklärte Barbara Vieweg, Bundesgeschäftsführerin der ISL. Zum Teil fänden bereits in den nächsten Wochen die Listenaufstellungen der einzelnen Parteien für die Wahlen statt, wie heute die der Grünen in Kassel. Dort bewirbt sich der ISL-Mitbegründer Ottmar Miles-Paul um einen aussichtsreichen Listenplatz für die Kommunalwahl am 26. März 2006. "Es gilt also sich frühzeitig einzumischen, wenn man den Sprung in ein Parlament schaffen will", so Vieweg. Doch auch außerhalb von Parlamenten ließe sich viel bewegen, wenn der Kontakt zu den Abgeordneten gesucht und mit konkreten Initiativen regelmäßig gehalten wird. "Dabei kann es nicht nur darum gehen, immer zu fordern, eine gute Zusammenarbeit lebt auch davon, dass man sich gegenseitig unterstützt. Ein Entwurf für einen Antrag oder das Liefern von konkreten Fakten kann dabei manchmal Wunder wirken", so Vieweg. elba
Elisabeth Riediger-Wirthensohn schrieb am 08.10.2005, 17:36
Auf der Suche wel-che Partei/en auf Kommunalebene/Kreiebene oder welche Organisationen bereit sind sich z. B. mit den "besonderen Bedürfnissen" für von Geburt an behinderte, alleinerziehende Frauen, die nicht mehr erwerbstätig sein können" zu befassen, bin ich zumindest in meiner Wohngegend auf totale Gleichgültigkeit, des Stadtrates, der Kreisverwaltung und des Behindertenbeirates u. des Behindertenbeauftragten getroffen. Es bleibt dabei: Jeder aus diesem Personenkreis bleibt, Mangels einer "politischen Vertretung" leider immer "Einzelkämpfer" gegenüber der Sozialhilfeverwaltung von Stadt und Kreis.Diese behinderte Menschen werden aber an die jeweils zuständigen Sozialhilfeverwaltungen verwiesen und müssen sich dann gewollt oder ungewollt einer "sozialhilferechtlichen Überprüfung" aussetzen. Wer keine politische Lobby hat, kann sich außer über ein langes Widerspruchsverfahren nicht wehren, wenn wegen der "öffentlich leeren Kassen, z.B. sämtliche behinderungsbedingte Sozialhilfebedarfe abgelehnt werden.
Grüsse, Elisabeth Riediger-Wirthensohn
A. Heiermann schrieb am 08.10.2005, 16:06
Liebe Leser/in,
Frau Vieweg vom ISL hat vollkommen recht ! Habe diese
Erfahrung am eigenen Leibe schon erfahren. Jeder Mensch mit Handicap sollte sich an der Politik beteiligen, dafür giebt es auch einen Grund. Stellt Euch vor, Ihr hättet keine Behinderung und müßtet nun Entscheidungen treffen wo Ihr gar keine Ahnung von
habt. Was passiert ?...... Genau, Ihr könntet gar keine guten und kompotenten Entscheidungen treffen. Wenn wir mitarbeiten und den
Politikern helfen, und auch begründen, warum so manches wichtig und auch manches unwichtig ist, kann besser gehandelt werden. Ist man nun noch selbst, so wie ich seit 13 Jahren in der Politik tätig wird man auch besser anerkannt und erreicht dadurch auch viel. Jedoch warne ich davor, zu jammern, um Mitleid zu erwecken, dann geht allerdings der " Schuss " nach hinten los. Also arbeitet mit, NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK !!!!
Gruß
A.Heiermann
( Mitglied die Linke.PDS )