
Bremerhaven (kobinet) "Heim oder nicht Heim". Um diese Frage geht es heute vor dem Oberverwaltungsgericht in Bremerhaven. Dort wird verhandelt, ob ein behinderter Assistenznehmer weiterhin seine Hilfen über Persönliche Assistenz in der eigenen Wohnung bekommen kann oder ob das Leben in einem sogenannten "Heim" eine zumutbare Alternative darstellt. Darauf weist Selbstbestimmt Leben Bremen hin, die den Prozess heute vor Ort in Bremerhaven begleiten werden. "Es ist entwürdigend, dass NutzerInnen von Assistenz immer wieder nachweisen müssen, dass ihnen ein Leben im sogenannten 'Heim' nicht zuzumuten ist. Dass Leben außerhalb sogenannter 'Heime' muss der Standard sein und nicht andersrum. Das zeigt, wie weit wir in Deutschland noch von der Umsetzung des Prinzips 'ambulant vor stationär' entfernt sind und welchen Sog bestehende Einrichtungen auslösen. Deshalb ist es an der Zeit, dass nicht nur ein Baustopp für weitere 'Behindertenheime' verkündet und umgesetzt wird, sondern diese Einrichtungen auch endlich zugungsten ambulanter Angebote abgebaut werden", erklärte Ottmar Miles-Paul von der Kampagne "Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder". hjr