
Kassel (kobinet) Anlässlich des heutigen "Tages des weißen Stockes", der traditionell am 15. Oktober begangen wird, fordert der Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab e.V.), dass blinde und sehbehinderte Menschen einen barrierefreien Zugang zu Informationen bekommen. Dies bleibe in einer zunehmend von modernen Medien dominierten Gesellschaft oftmals auf der Strecke. "Immer mehr Veranstaltungen, Seminare bzw. Fortbildungsangebote sind für blinde Menschen nur noch unter erschwerten Bedingungen nutzbar, da 'das gesprochene Wort' an Bedeutung verliert. Wenn ich eine Veranstaltung besuche, spielen optische Präsentationen beispielsweise mit Powerpoint einschließlich vieler grafischer Elemente, insbesondere Tabellen, eine immer bedeutendere Rolle. Nach Aufforderung wird dann oft von den ReferentInnen, schnell wieder vergessen, das Sichtbare zusätzlich auch verbal zu erklären oder die ReferentInnen sind damit überfordert", erklärte die selbst blinde Birgit Schopmans von der Beratungsstelle für behinderte Menschen des fab e.V. Durch diese neue Entwicklung fällt es blinden und sehbehinderten Menschen immer schwerer, öffentliche Veranstaltungen gleichberechtigt zu verfolgen. "Dies ist ein Wehrmutstropfen, da andererseits die Computertechnologie gerade blinden und sehbehinderten Menschen neue Wege eröffnet hat. So kann ein Scanner-Lesesystem blinden Menschen gedruckte Texte zugänglich machen, indem diese eingescannt und mit Hilfe einer Computersprachausgabe vorgelesen werden können. Auch E-Mails und das Internet haben neue Möglichkeiten der barrierefreien Kommunikation für blinde und sehbehinderte Menschen geschaffen", erklärte Birgit Schopmans. "Allerdings müssen wir auch im Bereich des Internets ständig um eine barrierefreie Gestaltung der Internetseiten kämpfen, die bestimmte Kriterien einhalten, wie z.B. grafische Darstellungen durch Texterläuterungen zu beschreiben. Wir appellieren also beim Einsatz neuer Technologien für öffentliche Angebote auch diejenigen im Blick zu haben, deren Sehkraft eingeschränkt ist. Denn sonst werden die neuen Technologien für diesen Personenkreis schnell zum Fluch", so Birgit Schopmans.