
Berlin (kobinet) Wolfgang van den Daele, Mitglied des nationalen Ethikrates, bezeichnet die deutsche Debatte um Sterbehilfe (kobinet 20.10.05) in der morgen erscheinenden Ausgabe der Hamburger Wochenzeitung ZEIT als "soziologisch unterbelichtet" und spricht sich indirekt für eine Gesetzesänderung aus. Die deutschen Meinungsführer würden aus falsch verstandener politischer Korrektheit am Verbot der Tötung auf Verlangen festhalten, obwohl immer mehr Bürger aktive Sterbehilfe unterstützten. Mittlerweile würden 64 Prozent der Bevölkerung der Aussage zustimmen: Ein schwer kranker Patient im Krankenhaus soll das Recht haben, den Tod zu wählen. "Eine Gesetzgebung, die an den moralischen Wertungen relevanter Teile der Bevölkerung vorbeigeht, ist auf die Dauer prekär", sagt van den Daele, der auch Direktor der Abteilung "Zivilgesellschaft und transnationale Netzwerke" am Wissenschaftszentrum Berlin ist. Dieser restriktiven Gesetzgebung könne man sich notfalls jederzeit durch "Flucht" ins Ausland entziehen. sch