
Jena (kobinet) Die Interessenvertretung Selbestbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat die VertreterInnen von Union und SPD aufgefordert, in der Koalitionsvereinbarung einen Passus zur Stärkung ambulanter statt stationärer Unterstützungen für behinderte Menschen zu verankern. Hierfür hat die Organisation einen konkreten Formulierungsvorschlag gemacht. "Wir von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL e.V.) treten dafür ein, dass behinderte Menschen wie alle anderen auch, in der Mitte der Gesellschaft leben können und dort auch unterstützt werden. Während es uns und vielen anderen Verbänden in den letzten Jahren gelungen ist, eine Vielzahl von Modellen hierfür voran zu treiben, stoßen wir immer wieder auf Barrieren in den Strukturen der Finanzierung der Behindertenhilfe, die oftmals eher eine stationäre Unterbringung fördern und ein Leben in der Gemeinde blockieren. Deshalb möchten wir Sie bitten, dafür einzutreten, dass folgender Satz in die Koalitionsvereinbarung mit aufgenommen und damit ein Zeichen für eine neue Politik in diesem Bereich gesetzt wird", schrieb Barbara Vieweg an die Mitglieder der Verhandlungsgruppe und machte folgenden Vorschlag: "Die Koalition entwickelt gesetzgeberische Anreize zur Stärkung des Prinzips ‚ambulant vor stationär' in der Eingliederungshilfe und der Förderung der Teilhabe behinderter Menschen." Diese Formulierung könnte die Möglichkeit bieten, an die Bemühungen zur Stärkung des ambulanten statt stationären Wohnens behinderter Menschen in einer Reihe von Bundesländern, wie Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz anzuknüpfen und diese mit der Gesetzgebung auf Bundesebene zu verzahnen, hofft die ISL. omp