
Duisburg/Berlin (kobinet) Die Kindernothilfe hat die deutsche Bundesregierung heute aufgefordert, die Entwicklung, Herstellung, Lagerung, den Verkauf sowie den Einsatz aller Minen zu verbieten. Das Verbot sollte sich auch auf minenähnlich wirkende Waffen wie Streubomben und Streumunition erstrecken. Die Bundeswehr verfügt über ein beträchtliches Arsenal dieser Waffen. Antipersonenminen sind nach dem Inkrafttreten der so genannten Ottawa-Konvention vom 3.12.1997 international geächtet. Ein Verbot für alle anderen Minen gibt es jedoch bislang nicht. «Minen haben verheerende Konsequenzen», so Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Nach einem Krieg behindern sie den Wiederaufbau und sind eine ständige Bedrohung der Bevölkerung, zum Beispiel in Sri Lanka: Mehrere Hunderttausend Flüchtlinge wollen nach 20 Jahren Bürgerkrieg zwischen Regierung und den Rebellen (Tamil Tigers) zurück auf die alten Felder. Aber die singhalesische Regierungsarmee hat in den von ihnen besetzten Gebieten offenkundig kein Interesse an einer schnellen Räumung der Minen. Anne Will (ARD) hatte erst kürzlich den Nordosten des Landes mit der Kindernothilfe besucht. «Fährt man aus Jaffna Richtung Osten heraus, liegen kilometerlang die Minenfelder links und rechts der Hauptstraße. Es könnte ja noch eine neue Offensive der Rebellenarmee geben. Für die Kinder ist das natürlich eine Katastrophe. Ich selbst habe mit einem 14-Jährigen gesprochen, der beim Spielen vor dem elterlichen Haus auf eine Mine getreten ist. Er hat dabei sein halbes Bein verloren», so die Tagesthemen-Moderatorin, die sich auch beim Deutschen Initiativkreis für das Verbot von Landminen engagiert. Die Kindernothilfe, die Mitglied im Initiativkreis ist, unterstützt den Wiederaufbau in Sri Lanka. Durch Einkommen schaffende Maßnahmen und Kleinkredite erhalten die Familien eine neue Perspektive. Weltweit liegen in über 90 Ländern schätzungsweise 80 bis 100 Millionen Landminen (Antipersonenminen und Antifahrzeugminen) vergraben. Hinzu kommen Streubomben und Streumunition, die wie Minen wirken, wenn sie nicht beim Aufschlag explodieren. Die Opfer dieser Waffen sind zumeist Zivilisten. Jedes vierte von etwa 2000 Minenopfern pro Monat ist ein Kind. sch