Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Netzwerk PROBudget
Werbebanner zu Hier könnte Ihr Werbebanner sein
Werbebanner zu Sommercamp 2012 selbstbestimmtes Leben
Werbebanner zu Barrierefreie Reiseziele
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
28.10.2005 - 17:52

Unwürdige Einsparungen.

Fachgruppe Behindertenhilfe des Paritätischen verabschiedet Resolution
Berlin (kobinet) Das Berliner "Bündnis für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen" sieht in den befürchteten Einsparungen bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen unwürdiges Verhalten (siehe auch kobinet 22.10.05).

"Wer an die Sanierung der chronisch defizitären Haushalte denkt, hat meist nur das Sparen im Sinn. Es wird viel zu wenig überlegt, wie die öffentliche Hand mehr Geld einnehmen könnte, um die originären Grundaufgaben eines Sozialstaates zu finanzieren. Wohlgemerkt: Deutschland ist eines der reichsten Länder dieser Erde", schreibt Martin Seidler für das Bündnis.

Für Nichtbehinderte sei es kaum einen Gedanken wert, wie sie morgens aus ihrem Bett kommen, wie sie sich ihre Kleidung anziehen, wie sie ihre Nahrung zu sich nehmen, wie sie ihre Toilettengänge organisieren etc. Genauso selbstverständlich sei es für nicht behinderte Menschen ab einem gewissen Alter, in einer selbst gewählten Umgebung zu wohnen. Viele Menschen mit Behinderungen benötigten bei all den aufgezählten alltäglichen Tätigkeiten Unterstützung. "Weshalb sollte dies ein Grund sein, dass sie in Einrichtungen leben müssen, in denen sie kaum eine Privatsphäre haben und den Tagesablauf nicht selbst bestimmen können, weil er von Dritten vorgegeben wird?", fragt Seidler.

Das Nichtbehindert-Sein sei keine Eigenschaft, die irgendjemand auf Grund einer Leistung erworben hat. "Warum soll jemand ‚bestraft' werden, wenn er bzw. sie diese Eigenschaft nicht besitzt?", heißt es weiter in dem Schreiben. Es könne jedem und jeder passieren, nach einem Unfall oder im Alter auf Hilfe bei Körperpflege, Ernährung etc. angewiesen zu sein.

Das Bündnis stimmt der Aussage von Berndt Maier, dem Geschäftsführer vom VdK Berlin, zu, dass wieder bei denen gespart werden solle, die sich am wenigsten wehren könnten und von denen kein Protest zu befürchten sei. "Dies ist einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig!"

Die Fachgruppe Behindertenhilfe hat zu den Einsparungen eine Resolution mit nachfolgendem Text veröffentlicht: "Die Fachgruppe Behindertenhilfe des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Landesverband Berlin, spricht sich in ihrer Sitzung am 25. Oktober 2005 gegen Sparmaßnahmen der Bezirke im Bereich der ambulanten Pflege und der Eingliederungshilfe aus. Die gesetzlich festgeschriebenen Leistungen zur individuellen Bedarfsdeckung müssen im vollen Umfang weiterhin gewährt werden.

Insbesondere darf kein behinderter Mensch gegen seinen Willen in eine (vermeintlich kostengünstigere) stationäre Einrichtung abgeschoben werden.

Wir fordern Frau Knake-Werner als zuständige Ressortleiterin auf, sich nicht nur von den jetzt bekannt gewordenen Sparplänen des Bezirks Spandau zu distanzieren, sondern aktiv dagegen vorzugehen". elba
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Manfred Keitel schrieb am 29.10.2005, 14:23

Die versteckte Obdachlosigkeit vieler Heiminsassen

Für mich ist wieder deutlich, daß Leute mit Handicap davon bedroht werden, unter den Bedingungen der Obdachlosigkeit zu leben.
In der Anstalt entrechtet, in Mehrbettzimmern ohne Privatraum - mit einem Barbetrag, der nicht wirklich ausreicht, Versicherung, Getränke, Kleidung und mehr zu finanzieren, wie es aber gedacht ist.

Im Gegensatz zu obdachlosen Leuten kommen etliche "Bewohner" nicht einmal vor die Tür, weil sie durch die fehlende Assistenz dort an das Haus gefesselt werden. An der Stelle "hinkt" mein Vergleich also etwas.
Ausserdem verlieren als Assistenz arbeitende Menschen ihren Job, und das zu Zeiten der Erwerbslosigkeit.

Sollten diese Drohungen umgesetzt werden, werden in der Politik und der gesamten Bevölkerung noch mehr falsche Signale gesetzt.
Nach den Werkstätten "für" Behinderte - 8 Stunden pro Tag für ein Taschengeld - kam Hartz IV. Welche Auswirkungen kann da erst ein Wohnungsraub haben?
Nichtbehinderte, wehrt Euch mit uns gegen dieses Vorgehen!

Wer einmal hinter den Mauern einer Behinderteneinrichtung verschwindet, kommt nur sehr schwer wieder heraus. Für viele bedeutet das lebenslänglich.

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2012 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.