
Jena (kobinet) Die Reaktion auf eine älter werden Bevölkerung darf nach Ansicht von Barbara Vieweg, der Bundesgeschäftsführer der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) nicht im Ausbau von Heimen, also von stationären Hilfen, bestehen. Eine angemessene Antwort auf den vielbeklagten Pflegenotstand sei vielmehr die Förderung ambulanter Unterstützungsstrukturen. Um dies zu erreichen hat die ISL die TeilnehmerInnen der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD angeschrieben und mit einem konkreten Formulierungsvorschlag für einen Perspektivenwechsel in diesem Bereich geworben (siehe Bericht vom 26.10.2005). Die ISL fordert dabei, dass die Koalition gesetzgeberische Anreize zur Stärkung des Prinzips "ambulant vor stationär" in der Eingliederungshilfe und der Förderung der Teilhabe behinderter Menschen entwickelt. "Gegenwärtig wird bei den Hilfen für Menschen mit Behinderung vorrangig auf scheinbar Bewährtes gesetzt. Ambulante Angebote können sich nur dort mit ausreichender Qualität entwickeln, wo sie durch Kommunen und Rehabilitationsträger gestärkt und gefördert werden. Hauptursache der ständig steigenden Kosten der Eingliederungshilfe sind die Heimunterbringungen. Es muss verhindert werden, dass wegen dieser steigenden Kosten die Leistungen der Eingliederungshilfe überhaupt gekürzt werden, ohne zu prüfen wie die Hilfe besser, nämlich ambulant und offen, geleistet werden kann", fordert Barbara Vieweg. omp