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03.11.2005 - 11:28

Mehr Freiheit durch Persönliche Budgets.

Stuttgart / Hollenbach (kobinet) Laut einer dpa-Meldung hat der baden-württembergische Sozialminister Andreas Renner Persönliche Budgets als Förderung für mehr Wahlmöglichkeiten behinderter Menschen bezeichnet. Außerdem würde ihre Selbstbestimmung gestärkt und die gleichberechtigte Teilhabe verbessert, was mehr Freiheit gewähre. Dazu eröffneten die Budgets Alternativen zur Heimunterbringung. Dieses Resümee zog der Sozialminister aus der Vorlage des Abschluss Berichtes zum baden-württembergischen Modellprojekt. Die Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.), Elke Bartz, begrüßt und kritisiert die Aussagen Renners gleichermaßen: "Persönliche Budgets als Mittel zu nutzen, um Heimunterbringungen zu verhindern oder gar rückgängig zu machen und mehr Freiheit zu gewähren, können wir natürlich nur begrüßen. Da stimmen wir dem Minister uneingeschränkt zu. Als Mitglied der 'Arbeitsgruppe Persönliches Budget', die vom Sozialministerium moderiert wurde, kenne ich das Modell im 'Ländle' jedoch sehr gut". Und hier gäbe es durchaus Kritikpunkte, denn das baden-württembergische Modell sei in der Budgethöhe so sehr limitiert, dass es Menschen mit umfangreichem Hilfebedarf nicht in Anspruch nehmen können, da sie sonst völlig unterversorgt wären. "Irritiert hat mich auch eine Aussage von Herrn Renner vor ca. zwei Wochen im Kultusministerium. Er hatte zu einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Behindertenorganisationen eingeladen, bei dem ich anwesend war. Dabei meinte er, dass diejenigen Budgets erhalten sollten, die dafür geeignet seien. Außerdem würde es immer Menschen geben, die auf eine stationäre Unterbringung angewiesen seien", so Bartz. Und weiter: "Wir sind der Meinung, dass Persönliche Budgets für jeden behinderten Menschen, egal mit welcher Art und Schwere der Behinderung er lebt, geeignet ist. Es kommt nur darauf an, die Persönlichen Budgets den individuellen Bedarfen und Bedürfnissen anzupassen. Budgets dürfen nicht zu reinen Kostensparmodellen verkommen". Das Gleiche gelte für die ambulante Versorgung, wie die skandinavischen Länder längst bewiesen hätten. "Niemand muss in Einrichtungen leben, wenn er die richtigen ambulanten Strukturen vorfindet". omp  

 
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