
Berlin (kobinet) Die Berliner Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei.PDS) hat Befürchtungen der Betroffenen über geplante Kürzungen bei der Hilfe für behinderte Menschen nicht zerstreuen können. "Das uns vorliegende Papier aus dem Bezirksamt Spandau, das menschenunwürdige Kürzungen vorsieht, wurde in der gestrigen Pressemitteilung der Senatorin gar nicht angesprochen", sagte Matthias Vernaldi vom Bündnis für selbstbestimmtes Leben heute gegenüber kobinet. Das Bündnis hatte am Montag mit einer Mahnwache vor dem Roten Rathaus gegen geplante Kürzungen protestiert. Auch die von der Senatorin nicht ausgeschlossenen moderaten Einsparungen wären eine unerträgliche Belastung, sagte Vernaldi. Derzeit plane das Sozialamt Spandau, Hilfen zu Freizeitaktivitäten zu beschränken. Zudem soll in einem schweren Pflegefall das Verbleiben im häuslichen Umfeld nicht mehr zugestanden werden. Dies bedeute die Preisgabe eines "normalen Lebens". Sozialsenatorin Knake-Werner hatte gestern Vorwürfe von Berliner Behindertenverbänden zurückgewiesen. Im Doppelhaushalt 2006/2007 würden die Bezirkshaushalte in diesem Bereich weiterhin "bedarfsgerecht" ausgestattet, erklärte sie. Behinderte sollen im Zuge des Umbaus der Sozialämter durch Hartz IV "intensiver und effektiver" betreut werden. Das "Modellsozialamt" sehe ein speziell entwickeltes "Fallmanagement" vor, "das durch mehr und besser qualifiziertes Personal passgenauere Hilfen für jeden Bedürftigen anbietet". sch