16.12.2003
- 11:06
Drei Betriebe in Niedersachsen ausgezeichnet.
Hannover (kobinet) Niedersachsens Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Unternehmen in ihrem Bundesland aufgefordert, schwerbehinderten Menschen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben. «Obwohl behinderte Menschen in der Regel nicht schlechter ausgebildet sind, haben sie es deutlich schwerer einen Arbeitsplatz zu finden. Auch die Arbeitslosenquote liegt bei schwerbehinderten Menschen über dem Durchschnitt», sagte die Ministerin gestern bei der Verleihung des «Niedersächsischen Landespreises 2003 für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen» an drei niedersächsische Betriebe. Viele Unternehmen fürchteten bei der Einstellung schwerbehinderter Menschen höhere Kosten oder den besonderen Kündigungsschutz. Es sei jedoch ein Vorurteil, dass schwerbehinderte Menschen die Betriebe viel Geld kosteten.
Der Niedersächsische Landespreis soll laut Sozialministerin von der Leyen einen zusätzlichen Anstoß für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen geben. Die ADO Gardinenwerke in Aschendorf erhalten den Landespreis für den Arbeitgeber, der im Verhältnis zur Betriebsgröße besonders viele schwerbehinderte Menschen neu eingestellt habe. Von den 783 Beschäftigten sind 62 schwerbehindert. Allein im Zeitraum 2002/2003 wurden 22 schwerbehinderte Menschen eingestellt. Außerdem, so heißt es seitens des Ministeriums, seien «Behindertenwerkstätten mit mehreren leichteren Arbeiten beauftragt» worden.
Die Ammerländer Großbäckerei Stöhr-Brot mit Werken in Westerstede und Dinklage wird mit dem Landespreis ausgezeichnet, weil sie konstant über eine besonders hohe Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen verfüge. Das Unternehmen unterhalte außerdem enge Kontakte zum Qualifizierungs- und Vermittlungsdienst einer Werkstatt für Behinderte in Dinklage. Wiederholt konnten dadurch freie Stellen mit Bewerbern aus der Werkstatt besetzt werden; viele von ihnen seien in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen worden.
Die MAN Nutzfahrzeuge AG in Salzgitter erhält den Landespreis 2003, weil sie sich besonders für die Ausbildung schwerbehinderter junger Menschen engagiert. Das Unternehmen habe im Zeitraum eines Jahres vier gehörlose junge Menschen als Auszubildende eingestellt. Weitere drei Gehörlose haben im September 2003 ein berufsvorbereitendes Jahr angetreten und sollen danach als Fertigungsmechaniker ausgebildet werden. Das Unternehmen wurde in dieser Kategorie bereits mit dem Landespreis 2001 ausgezeichnet. hjr
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