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kobinet-nachrichten 15.10.2003 - 12:07
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Hohe Zufriedenheit mit Persönlicher Assistenz

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Kassel (kobinet) Bei den jetzt vorgelegten Evaluationsergebnissen zum Aufbau und für die Entwicklung der Angebote zur Persönlichen Assistenz im Rahmen des EQUAL Projektes «OPEN DOORS» der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL e.V.) zeigt sich eine hohe Zufriedenheit von Assistenznutzern und Assistenten.

 

Im Rahmen der von der Parisat gGmbH aus Erfurt durchgeführten Untersuchung wurden 147 AssistentInnen und 47 AssistenznutzerInnen in München und Kassel befragt. Dabei wurden in München hauptsächlich behinderte ArbeitgeberInnen befragt, die ihre Assistenz selber organisieren, während in Kassel die meisten Befragten ihre Assistenz über einen Ambulanten Hilfsdienst organisieren, der entscheidend von behinderten Menschen koordiniert wird. Dabei zeigte sich eine hohe Zufriedenheit bei AssistenznutzerInnen und AssistentInnen. Die meisten AssistentInnen führen diese Tätigkeit schon seit über drei Jahren aus. Allerdings sind nur 30 % der AssistentInnen mit ihrer Bezahlung zufrieden. Als Gründe für Unzufriedenheiten werden sinkende Löhne und ein fehlender Inflationsausgleich genannt. 79 % hätten ihre Assistenztätigkeit gerne als staatlich anerkannten Beruf gesehen. Ein interessantes Ergebnis der Untersuchung ist auch, dass die Zufriedenheit der AssistentInnen bei behinderten Arbeitgebern höher ist als bei Ambulanten Diensten. Das zeigt sich auch an einer längeren Beschäftigung von zum Teil über zehn Jahren und einem höheren sozialen Engagement. Dabei spielt bei 90 % der AssistentInnen auch Geld eine wichtige Rolle.

 

Die meisten AssistenznutzerInnen kommen entweder über eine spezielle Beratungsstelle oder auf informellem Wege zu ihrer Assistenz. Die Zeit zwischen Antragstellung und Bewilligung der Assistenz beträgt durchschnittlich 4,66 Monate. Dabei ist die Bearbeitungszeit mit 6,44 Monate in München länger als in Kassel, wo sie 2,6 Monate beträgt. Mehr als die Hälfte der AssistenznutzerInnen empfand diese Zeit als belastend. Für behinderte ArbeitgeberInnen ist diese Zeit sogar existentiell verunsichernd. Eine Mehrzahl der AssistentInnen wird durch die AssistenznutzerInnen auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Dabei zeigt sich, dass der Bedarf an Zuverlässigkeit und Flexibilität größer ist als der Wunsch nach Erfahrung der AssistentInnen mit behinderten Menschen.

 

Weiterhin zeigt das Evaluationsergebnis auch einen hoher Bedarf an Qualifizierung zum Konfliktmanagement. Insgesamt sind 93 % der befragten AssistenznutzerInnen zufrieden mit der Qualität in der Assistenz. Laut Aussage von Pandelis Chatzievgeniou, dem Koordinator des EQUAL Projektes «OPEN DOORS» beim Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab e.V.) in Kassel, liegt dieses auch an den bereits existierenden Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich der Persönlichen Assistenz. Dieses sollten auch Kostenträger berücksichtigen, wenn sie zukünftig mit Ambulanten Diensten oder behinderten ArbeitgeberInnen über Kostensätze verhandeln. «Es ist eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gegenüber den Kostenträgern notwendig. Denn ich gehe davon aus, dass diese nicht genügend über die Inhalte informiert sind, über die sie entscheiden». omp

Freiheitsstatue mit Schlüssel in der Hand

 

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