Hamburg (kobinet) Deutschland wird barrierefrei – von den Medien bis zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie sonst ist es zu erklären, dass derzeit darüber nachgedacht wird, auch Blinde und Gehörlose für Rundfunk und Fernsehen zur Kasse zu bitten und die Leistungen der Wertmarke stark einzuschränken?
Es kommen rosige Zeiten auf uns zu: Alle Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden demnächst für Hörgeschädigte untertitelt oder mit Gebärdensprach-Einblendungen versehen. Blinde Menschen freuen sich schon auf die akustischen Bildbeschreibungen, die künftig per Zweiton-Kanal bei jeder Sendung angeboten werden. Radio-Sendungen liegen demnächst auch in schriftlicher Form vor, damit auch Gehörlose wissen, was der Rundfunk unters Volk bringt. Alle öffentlich-rechtlichen Sender arbeiten scheinbar auf Hochtouren daran, ihre Internetauftritte barrierefrei zu machen, damit auch blinde, gehörlose und motorisch eingeschränkte Menschen Zugriff auf ihr Online-Angebot haben. Denn auch bei behinderten Menschen gilt schließlich der Grundsatz: Wer voll zahlt, kriegt auch die volle Leistung.
Auch die Verkehrsbetriebe in Deutschland jubeln. Endlich bekommen sie Gelegenheit, ihre Bahnhöfe und Haltestellen barrierefrei auszubauen. Schließlich zahlt der behinderte Tourist aus Berlin beim Wochenendtrip nach Hamburg demnächst den vollen Fahrpreis, wenn er die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen will. Da kann es ja nicht sein, dass nur 31 der 89 U-Bahn-Haltestellen der Hansestadt barrierefrei für Rollstuhlfahrer zu benutzen sind. Mit großangelegten Baumassnahmen ist also schon in den nächsten Wochen zu rechnen. In jeder Stadt wird es zukünftig auch einen Fahrdienst geben, den behinderte Menschen nutzen können, wenn ihnen die öffentlichen Verkehrsmittel dennoch nicht zugänglich sind. Kosten: Der normale Fahrkartenpreis für den Bus.
«In der Tat geht es aus meiner Sicht darum, die Mehrerlöse auch für programmliche Maßnahmen einzusetzen, die dazu beitragen, die Programme 'barrierefrei' zu machen», schreibt die nordrhein-westfälische Staatssekretärin Miriam Meckel, die Vorreiterin bei der Abschaffung der GEZ-Befreiung für Schwerbehinderte, als Antwort auf eine E-Mail eines Betroffenen. Na prima, dann ist ja alles klar: Meckels ehemaliger Arbeitgeber, der Westdeutsche Rundfunk (WDR), wird also demnächst auch gehörlose und blinde Menschen umfassend an seinen Programmen teilhaben lassen. Dafür zahlen behinderte Menschen dann wie alle anderen auch an die GEZ.
Auch der Entwurf der BITV NRW, die regeln soll, wie barrierefreie Webseiten im Altbier- und Kölsch-Land aussehen und sich derzeit massiv von allgemein anerkannten technischen Standards unterscheidet, wird daher in den nächsten Wochen als verspäteter Karnevalsscherz zurückgezogen und überarbeitet werden. Schließlich gilt die BITV NRW auch für den WDR.
Deutschland wird also demnächst in Bezug auf Barrierefreiheit den USA und den skandinavischen Ländern Konkurrenz machen. Wenn es schon nicht mit dem Wirtschaftsaufschwung klappt und die sozialen Sicherungssysteme abgebaut werden, wird Deutschland wenigstens bei der Barrierefreiheit an der Weltspitze stehen. Oder ist das alles nur ein Missverständnis? cl
Steffen Windisch schrieb am 09.12.2007, 20:26
Ich finde es auch eine große abzocke von der GEZ, ich als Hatz IV Empänger bin zwar zur Zeit nochbefreit , aber sie Mahnen mich immer wieder neu es zu Belegen, was mir Porto, Papier, Druckkosten, Nerven kostet, und wenn ich mal wieder Erwerbstätig bin geht die Abzocke weiter. Ich würde es Bergüßen wenn bald Ruhe ist es regt mich immer wieder auf die GEZ Abzogerei
Thomas Wegner schrieb am 10.05.2004, 20:38
Guten Tag, ich finde es unter aller Sau was hier in Deutschland zur Zeit abläuft.
Renten Kürzung, Medikamenten Zuzahlung, usw. und jetzt auch noch die GEZ Befreiung weck. Also so etwas kann es doch gar nicht geben.
Die armen werden immer ärmer und die reichen immer reicher.
Nur gut das SIE Frau Meckel nicht krank und arm sind................................
Es reicht.................
Ein zu 100% Schwerbehindert Mann von 38 Jahren sagt
DANKE Frau Meckel
Thomas Wegner
A. Heinker schrieb am 09.05.2004, 10:59
Ich habe den Eindruck, dass die Öffentlich-Rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten bei Menschen mit Behinderung das Geld, was sie so vom Staate nicht mehr bekommen sollen (Erhöhung der GEZ-Gebühren, die schon lange diskutiert wird) bei Menschen mit Behinderung holen wollen. Darin liegt meiner Meinung nach die Ober-Frechheit. Und - wie C. Link schreibt, scheint die werte Staatssekretärin (siehe nachfolgend) das zu bestätigen: «In der Tat geht es aus meiner Sicht darum, die Mehrerlöse auch für programmliche Maßnahmen einzusetzen, die dazu beitragen, die Programme 'barrierefrei' zu machen», schreibt die nordrhein-westfälische Staatssekretärin Miriam Meckel, die Vorreiterin bei der Abschaffung der GEZ-Befreiung für Schwerbehinderte, als Antwort auf eine E-Mail eines Betroffenen. ..."
Wolfram Durth schrieb am 09.05.2004, 10:58
Hallo lieber Leser/Innen, das ist Unmöglich beiden abzuschaffen sollten. Es führt die Behinderten zur Isolation. Ich glaube nicht, dass es gegeben wird. Weil im Fernseh weniger als ca. 5 % die Untertitel und die Dolmetschereinsätze gibt, können die Behinderten nicht die gleiche Höhe wie Nichtbehinderte an GEZ zahlen müssen, obwohl die andere Programm keine Untertitel und Dolmetschereinsätze ausstrahlt. Mache andere Sender, die keine Untertitel und Dometschereinsätze bearbeiten wollen. Fehlen die Informationen für die Behinderten. Die Gehörlosen brauchen richtig gleiche Behandlung wie Hörende, haben die Gehörlosen bis jetzt nicht viel bekommen! Auch die Wertmarke brauchen die Behinderten die Fahrt für ihren Treff mit andere gleiche Behinderten. Weil sie können nicht mit Nichtbehinderten zusammenleben. Weil die Nichtbehinderten nicht Gebärdensprache können. Dafür fehlen die Kommunikationen für die Behinderten. Ich wünsche mir, diesen Thema besser, genauer Arbeiten und auch Wohl der Behinderten zusammenarbeiten.