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18.10.2003 - 16:40

REHACare: Gleichstellung auf dem Prüfstand.

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Düsseldorf (kobinet) Für die Gleichstellung behinderter und pflegebedürftiger Menschen war die am Sonnabend in Düsseldorf beendete REHACare ein Prüfstand. Auf dem Prüfstand gewogen und für zu leicht befunden wurde die Barrierefreiheit im Internet ebenso wie die (baulicher Natur) im Reiseland Deutschland. Die in Bundes- und einigen Landesgesetzen geregelte Gleichstellung bleibt offensichtlich solange eine gute Absichtserklärung, bis in einem Antidiskriminierungsgesetz gleiche Rechte auch eingeklagt werden können und so Schritt für Schritt Barrieren verschwinden. Dabei haben die Aussteller auf dieser Messe so viele gute neue Ideen vorgestellt, für überzeugende technische Neuerungen geworben und praxisreife Hilfsmittel für die berufliche und soziale Integration angeboten. Die Branche steht unter einem enormen Kostendruck, der durch die anstehenden Reformen nicht geringer werden dürfte. Dennoch oder gerade deshalb geht der Trend zu höchster Qualität. Und besonders die Tüftler aus vielen kleinen und mittelständischen IT-Unternehmen zeigten sich auf dieser Messe wie kaum zuvor als die Verbündeten der behinderten Menschen, mit denen sie zusammen in engem Kontakt ihre Angebote entwickelten. Sie sorgten dafür, dass b@rrierefreie Kommunikation in diesem Jahr zu einem Markenzeichen der REHACare wurde. Einer dieser engagierten Tüftler ist Arno Kohl von der rehintech GmbH aus Duisburg, das Software aus den USA in Deutschland vertreibt und auf dem Markt eine Augensteuerung für Computer und mit Smart-Nav eine Steuerung ohne Maus und Tastatur per ganz leichter Kopfbewegung anbietet. Ausgerüstet mit einer Spezialbrille, auf der ein reflektierender kleiner Punkt von einer winzigen Kamera am Computer erfasst wird, ging Kohl auf die Website von kobinet. Mit für den Beobachter kaum (wenn nicht auf dem Bildschirm) zu bemerkenden Kopfbewegungen steuerte Arno Kohl die Abstimmungsseite für Courage 2003 an und stimmte für Stefan Berninger von WEB for ALL aus Heidelberg. Ein Bestseller der REHACare 2003 ist ein 88 Seiten starkes Buch geworden, das gar nicht verkauft wird und eigentlich schon vergriffen ist. «@arrierefrei kommunizieren – Behinderungskompensierende Techniken und Technologien für Computer und Internet» wurde vom Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsverein (tjfbv) in Berlin herausgegeben. Die Redaktion lag bei Christian Hille (Käpt´n Browser). Hard- und Software wurden zusammengestellt, die jungen Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Computern und Internet ermöglichen oder erleichtern sollen. «Damit wird ein wichtiger Beitrag zu ihrer gleichberechtigten Teilhabe an den Möglichkeiten unserer heutigen Informations- und Kommunikationsgesellschaft geleistet», schrieb die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, im Vorwort. Obwohl der Redaktionsschluss erst am 31. März 2003 war, ist die Auflage von 10.000 Exemplaren vergriffen. «Wir arbeiten an einer aktualisierten Neuauflage», sagte tjfbv-Vorsitzender Thomas Hänsgen gegenüber kobinet. Wann das neue Werk erscheint, wusste der Mann im Rollstuhl noch nicht zu sagen. Bis dahin bleibt als Ausweg immerhin die Website dieses Projekts.  

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