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22.10.2003 - 09:48

Bundesarbeitskreis Behindertenpolitik bei ver.di fordert größeres Bewusstsein für Behinderte.

Berlin (kobinet) «Ich bin nicht behindert, sondern die Gesellschaft macht mich behindert.» So Hajo Prassel, Vertrauensperson der Schwerbehinderten beim Hessischen Rundfunk, am 21. Oktober 2003 vor den Delegierten des Bundeskongresses. Für den ver.di-Bundesarbeitskreis «Behindertenpolitik, Sozialpolitik» fordert er den «Abbau der Barrieren in den Köpfen, ohne den ein gleichberechtigtes Nebeneinander nicht möglich ist». Dabei bezieht er sich auf die Zielvorgabe von ver.di, die Integration behinderter Menschen zu fördern und zu verwirklichen, sowie auf das Europäische Jahr der behinderten Menschen unter dem Motto «Nicht über uns, sondern mit uns!» Im Sozialgestzbuch IX und im Bundesgleichstellungsgesetz habe die veränderte gesellschaftliche Diskussion Eingang gefunden. Einfordern müsse ver.di aber auch das in der letzten Legislaturperiode vertagte zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz. Es sei Abschied zu nehmen «von dem Verständnis des um Hilfe bittenden Benachteiligten, der auf Solidarität und Verständnis hofft». Statt dessen gehe es um Selbstbestimmung und die Wahrnehmung eigener Rechte und Pflichten. 8,1 Prozent der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Menschen seien im September 2003 anerkannt schwerbehindert gewesen. Zusammen mit allen nicht anerkannten Schwerbehinderten sei es jede/r Achte. «Dies zeigt uns deutlich, dass wir nicht von einer verschwindend kleinen Randgruppe sprechen.» Hajo Prassel fordert, dass ver.di ihren Einfluss geltend macht, damit nicht weiter rund 70.000 beschäftigungspflichtige Arbeitgeber «keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigen» – eine unerträglich hohe Zahl. Sorge mache dem Arbeitskreis, was derzeit bei der Novellierung des Sozialgesetzbuches IX geschehe. Vor allem sei es notwendig, die noch im Referentenentwurf enthaltene -Unwirksamkeitsklausel- bei Nichtbeteiligung der Schwerbehindertenvertretung wieder in den Gesetzentwurf aufzunehmen. Denn die «uns heute bekannte Fassung enthält bis auf marginale Zugeständnisse nur arbeitgeberfreundliche Elemente, die keinen einzigen Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen schaffen». Die Wirtschaft beschäftige derzeit weniger als vier Prozent schwerbehinderte Menschen. Selbst die meisten öffentlichen Arbeitgeber erfüllten die Beschäftigungsquote von fünf Prozent nicht. Dieser Missstand müsse in der Organisation aktiv diskutiert, eine Position dazu müsse entwickelt werden. Hajo Prassel bedauert die mangelhafte Zusammenarbeit einiger Landesbezirke und Fachbereiche mit dem Arbeitskreis und bittet darum, die «weißen Flecken» im Bewusstsein und beim Umgang mit Behinderten entfernen zu helfen. ver.di habe den «Anspruch, für alle Mitglieder zu sprechen, also auch - aktiv - für Menschen mit Behinderungen». js Die Rede kann unter folgendem Link nachgelesen werden verdi 

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