
Krautheim (kobinet) Alltäglichste Situationen bedeuten für rund 800.000 Menschen in Deutschland oft Endstation. Ob Treppen oder Bordsteinübergänge Rollstuhlfahrer sehen sich ständig mit Barrieren konfrontiert. Um die Öffentlichkeit weiter zu sensibilisieren, startet der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) nun eine Informationskampagne. Im Mittelpunkt steht ein Werbespot. «Deutschland ist im Hinblick auf die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer noch immer ein Entwicklungsland», erklärt Peter Gramatzky, Vorsitzender des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter. Die Integration von Menschen mit Körperbehinderung scheitere in vielen Fällen daran, dass vor allem Rollstuhlfahrern buchstäblich Steine in den Weg gelegt würden. «Rollstuhlfahrer sind nicht weniger aktiv als Nichtbehinderte. Sie arbeiten und gehen aus, sie reisen. Ihre Integration in das gesellschaftliche Leben muss gezielt unterstützt werden», fordert Gramatzky. So seien schätzungsweise 95 Prozent aller Restaurants und Gaststätten in Deutschland noch nicht mit barrierefreien Toiletten ausgestattet. Diese Schlüsselszene steht im Mittelpunkt eines nun startenden Werbefilms. Für einen jungen Rollstuhlfahrer, gespielt von Ken Duken, endet die Suche nach einer Toilette in der Kneipe an einer steilen Kellertreppe. Der Spot wird seit dem 1. November in den Sendern der PRO-7-Gruppe (N24, SAT-1, Pro Sieben, Kabel) gesendet. Die PRO-7-Gruppe, Darsteller, Filmcrew und die Düsseldorfer Agentur healthy people haben auf ihre Honorare verzichtet, unterstreicht Gramatzky. hjr