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kobinet-nachrichten
06.11.2003 - 12:04
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org
Berlin (kobinet) Durch eine vorausschauende barrierefreie Bauplanung kann die Pflegeversicherung entlastet werden. Diese Ansicht vertrat heute der Verband Privater Bauherren (VPB) im Berliner Kleisthaus. «Viele Bauherren verbauen sich ihre eigene Zukunft: Bei der Errichtung der eigenen vier Wände vergessen sie Alter und mögliche Schicksalsschläge», sagte Verbandsvorsitzender Erich Herf auf einem Symposium zum Thema «Vorbauen: Barrierefrei». Der Verband habe diese Veranstaltung gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte und dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter ausgerichtet, weil Bauherren motiviert werden sollen, schon beim Bau die Voraussetzungen zu schaffen, auch im Fall einer Behinderung weiterhin im Haus leben zu können. Wer bereits während der Planung in jungen Jahren vorbaue - so das Fazit dieses Symposiums im Hause des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - könne im Alter viel Geld sparen. Denn Umbauten werden immer wesentlich teurer, als wenn vorher an eine barrierefreie Gestaltung gedacht wurde. Zu bedenken ist, dass der Anteil der über 60-jährigen in Deutschland von heute 20 auf 26 Prozent im Jahr 2030 steigen wird. Für die selbstständige Lebensführung ist die Wohnsituation entscheidend, betonte die frühere Bundesfamilienministerin und Altersforscherin Prof. Dr. Ursula Lehr. «Beim gleichen Grad der Behinderung kann ein Mensch in günstiger Umgebung noch selbstständig leben, der in einer ungünstigen Umwelt nicht.» Die Folgen bekämen die Pflegeversicherung zu spüren. Einer Belastung der Pflegeversicherung könnte im wahrsten Sinne des Wortes vorgebaut werden. Für einen auf dem Symposium angeregten Arbeitskreis haben Berliner Teilnehmer die Beschäftigung mit weiteren Detaillösungen und Initiativen für eine rasche Umsetzung der im Kleisthaus erörterten Ideen vorgeschlagen. Der sehbehinderte Architekt Klaus-Dieter Wüstermann, der im Verband Pro Retina seit Jahren für Barrierefreiheit eintritt, und Dipl.-Ing. Heino Marx aus dem abgewickelten Movado-Projekt «Barrierefreies Berlin», der das Ingenieurbüro «barrierefreies planen» gegründet hat, boten ihre Mitarbeit im Arbeitskreis an. sch
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