
Mainz (kobinet) Horst Frehe, der Leiter der Nationalen Koordinierungsstelle für das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung brachte es gestern in Mainz auf den Punkt. Anlässlich des Festes zum Ausklang des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz fragte Frehe die über 200 TeilnehmerInnen mit wie vielen Menschen diese denn zusammen wohnen möchten. «Da von Ihnen wohl kaum jemand mit mehr als fünf Personen zusammen wohnen möchte, dürfte sich wohl auch die Frage erübrigt haben, ob wir Heime brauchen», fasste Frehe die Frage nach der Notwendigkeit von Heimen äusserst treffend zusammen. Zuvor hatte die Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, Marita Boos-Waidosch, die Gründung eines Netzwerkes zur Selbstbestimmung und Gleichstellung Behinderter angekündigt, mit dem die Bemühungen für selbstbestimmte und gemeindenahe Wohnformen verstärkt werden sollen. Im Juni diesen Jahres wurde im rheinland-pfälzischen Sozialministerium eine Expertenkommission zum Wohnen behinderter Menschen eingerichtet, deren Ziel der Abschluss einer Zielvereinbarung für die Stärkung gemeindenaher Wohn- und Unterstützungsformen für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz ist. Diese Bemühungen und die Ankündigung von Sozialministerin Dreyer für ein 3jähriges Moratorium zur Einrichtung neuer Heimplätze sollen mit Hilfe des Netzwerks voran getrieben werden. omp
Uwe Adamczyk schrieb am 04.12.2003, 13:44
Ich kann dem Leserbrief nur beipflichten.
Vielleicht wird man einige ganz wenige Heime brauchen, besser gesagt vielleicht gibt es auch den einen oder anderen für den es etwas leichter sein könnte in einem Heim zu leben. Letztendlich könnte diese Gesellschaft mit sehr viel weniger Heimen auskommen und es währe alles auch um ein vielfaches finanziell günstiger.
Menschen die versuchen anderen das Heim schmackhaft zu machen sollte man als erste ins Heim stecken.
Es sind nicht nur die Regeln die ein Heimleben in seinen Persönlichkeitsrechten einschränken, nein in Deutsachland scheinen die Betreiber solcher Heime ja auch ganz gut darann zu verdienen.
Es gibt noch viele Gründe mehr die zur Abschaffung von Heimen herangezogen werden können, vielleicht kann man mal auch eine richtige Diskussion zu diesem Thema hier anregen - Für mich bleibt die Devise SCHAFFT DIE HEIME AB!!
Martina Puschke schrieb am 11.11.2003, 22:13
Das ist doch mal eine sehr gute Frage an Menschen, die wohl noch nie in ihrem Leben in die Verlegenheit kamen, in einer Anstalt wohnen zu müssen. Warum glauben sog. Fachleute und viele Nichtbehinderte eigentlich, dass Menschen mit Behinderung wohl gerne mit mehreren Menschen in einem Zimmer, mit festen Regeln für´s Essen und für die Freizeit leben wollen?!