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02.12.2003 - 09:46

«Mein Bürgerrecht erkämpft».

Berlin (kobinet) Horst Lemke hat sein Bürgerrecht im Rathaus mit einer spektakulären Aktion vor fünfeinhalb Jahren erkämpft, als er sich mit einem Kran zum Bürgermeister hochhieven ließ. Im kobinet-Interview berichtet der Berliner Rollstuhlfahrer, was ihn zum Ausklang des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen bewegt (inklusive Wünsche der Hertha-Rollis). kobinet-nachrichten: Heute wird im Rathaus Lichtenberg ein Fahrstuhl eingeweiht. Da müssen Sie doch der Strahlemann sein? Horst Lemke: Da kann man schon mal strahlen, denn mein Kampf um ein Bürgerrecht war erfolgreich – Teilhabe an dem, was im Rathaus beraten und entschieden wird. kobinet-nachrichten: Nun kann der Behindertenrat im Großbezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen im historischen Gebäude an der Möllendorff-Straße tagen ... Horst Lemke: Ja, natürlich, obwohl wir überlegen müssen, ob wir weiter rundum in Einrichtungen an der Basis bleiben oder ins Rathaus ziehen. Wichtiger ist für uns, dass die Beratungen des Bauausschusses und der anderen Ausschüsse der Bezirksverordnetenversammlung für alle zugänglich sind. kobinet-nachrichten: Wie sind die Aussichten zum Ende des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen? Horst Lemke: Verbesserungen für uns und alle Berlinbesucher auf der U-Bahn-Linie 5 sind in Sicht. kobinet-nachrichten: Am U-Bahnhof Alexanderplatz haben jetzt die Bauarbeiten begonnen ... Horst Lemke: … die sehr kompliziert wegen der drei verschiedenen Ebenen sind. Bis 2006 sollen aber noch wichtige Knotenpunkte auf der Linie 5 barrierefrei werden. Letztendlich erwarten wir bis dahin einen für alle Besucher nützlichen Umbau der Station am Tierpark Friedrichsfelde. kobinet-nachrichten: Gibt es denn gar nichts, was negativ zu berichten wäre? Horst Lemke: Spielen Sie jetzt auf unsere Hertha-Rollis an? kobinet-nachrichten: Diese Frage muss sich der Sprecher des offiziellen Fan-Clubs von Hertha BSC doch gefallen lassen, wenn der Abstiegskampf seiner Mannschaft begonnen hat ... Horst Lemke: ... gegen Schalke hatten wir ein Spiel Not gegen Elend. Doch zum Glück habe ich nicht so genau beobachten können, wie uns die Jungs aus Gelsenkirchen nach dem 1:0 noch drei Dinger eingeschenkt haben. Die neuen Rolli-Plätze im Berliner Olympia-Stadion sind bekanntlich «visuell beeinträchtigt» - das Stadion also noch nicht für die anstehende Fußball-WM tauglich. Da bleibt für uns zusammen mit den Berliner Verbänden noch viel zu tun. (Das Gespräch führte Franz Schmahl)  

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