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Alexander Drewes schrieb am 05.07.2008, 21:56
Erstaunlich ist doch eigentlich viel eher, eine wie geringe Öffentlichkeitsarbeit der Deutsche Behindertenrat seit seiner Gründung betreibt. Ich bin einmal, unbeschadet der teilweise durchaus gegebenen Qualität derselben, die Anzahl an Pressemitteilungen durchgegangen, die das Aktionsbündnis seit dem Jahre 2004 (einschließlich) ins Netz gestellt und somit der geneigten Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Es waren deren 16 anno 2004, zwei (sic!) im Jahre 2005, dreizehn in 2006, sieben (wiederum sic!) im vergangenen und bislang - immerhin - sechs in diesem Jahr (Stand: 01.07.2008). Mit einer derart - man verzeihe den Ausdruck - mickrigen Pressearbeit kann eine sich für angeblich mehr als 2,5 Mio. Betroffene gerierende "Aktionsplattform" wohl wirklich kein Staat machen ...
Die Öffentlichkeitsarbeit sämtlicher Verbände ist - gelinde gesagt - verbesserungsbedürftig, es mangelt hinsichtlich der public relations an allen Ecken und Enden (und in den seltensten Fällen sind wirklich Profis in den Presse"abteilungen", so es so etwas überhaupt in den Verbänden gibt, zugange). Dies mindert nicht alleine die Schlagkraft der Verbände um ein Erhebliches, es muss die Frage erlaubt sein, warum die Verbände wie auch der DBR bei wichtigen Anliegen wie dem Verbandsklagerecht oder den Zielvereinbarungen oder auch nur der Rechtsvertretung nach dem AGG nicht intensiver tätig geworden sind.
Man muss deshalb mit Betroffenheit konstatieren, dass es weder die Verbände (ungewollt, aber hilflos) noch die Politik (gewollt, weil es längst andere Politikfelder gibt, auf denen dem Volk einige Murmeln als Perlen verkauft werden können; momentan sind es die Eltern und die Geringverdienenden, demnächst wird wieder eine andere Sau durchs Dorf getrieben) geschafft haben, den Schwung, der in der Behindertenpolitik im Vor- und Verlauf des "Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung" 2003 ja durchaus vorhanden war, in die Gegenwart fortzutragen. So führt Behindertenpolitik als originäre Querschnittspolitik weiterhin das Dasein eines Orchideenfaches (ähnlich dem gesamten Sozialrecht), das zwar für fast jeden von Relevanz ist, das aber kaum jemand tatsächlich Ernst nimmt ...
Max Mütze schrieb am 30.06.2008, 08:58
Geht der 1999 gegründete Deutsche Behindertenrat mit dieser Themenstellung jetzt in die Offensive seiner Öffentlichkeitsarbeit, um sich als Lobbyorganisation für die Belange von Menschen mit Behinderungen bekannt zu machen? Oder kommt der Schwerhörigenbund aus dem Mustopp?
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