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Leserbriefe.

Zu "Gegen Entsolidarisierung bei Gesundheitsleistungen", 06.08.2008 - 19:32 (zum Artikel).

Inge Rosenberger schrieb am 07.08.2008, 15:20

Gesundheit für das kranke System

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine Statistik, die durch die Blume besagen soll, dass ältere Menschen Schuld an den hohen Beiträgen der Krankenkassen seien, da sie die meisten Kosten im Gesundheitswesen verursachen. Dass ältere Menschen häufig mehr medizinische Unterstützung benötigen, ist längst bekannt und eigentlich auch eine völlig logische Tatsache.
Das Entsetzen wäre doch wesentlich höher, wenn Kinder und Jugendliche ein so hohes Krankheitsrisiko hätten.
Gleichzeit impliziert diese Statistik jedoch, dass jeder Mitbürger ebenfalls Schuld auf sich lädt, wenn er keine private Vorsorge trifft.
Seit Jahren werden die finanziellen Mittel an der Basis der Gesundheitspolitik immer weiter verknappt. Seit Jahren arbeiten auch Lobbyisten in den Ministerien an Gesetzen (z. B. Gesundheitsreform) mit, und seit Jahren reden Politiker von Eigenverantwortung durch private Vorsorge. Etliche Abgeordnete des Bundestages (auch des Gesundheitsausschusses) üben - neben ihrem Mandat - entgeltliche Tätigkeiten für diverse Krankenkassen, Versicherungen oder Kliniken aus.
So lange es diese Verflechtungen gibt, wird sich an dem kranken System nichts ändern.

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