Behinderten Frauen eine Chance geben

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Monika Jaekel
Monika Jaekel
Bild: Anja Teufel

Hamburg (kobinet) Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Automatismus von der Schule in die Werkstatt für behinderte Menschen unterbrechen. Unterstützung bekommt sie dafür von Monika Jaekel aus Hamburg. Die Frau, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen als Frauenbeauftragte aktiv ist, wünscht sich, dass behinderten Frauen eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen. Sie selbst würde gerne in einem Geschenke-Laden arbeiten.

Monika Jaekel beschreibt ihre Situation und ihre Wünsche wie folgt: "Ich arbeite seit rund 30 Jahren in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Ich bin Rollstuhlfahrerin und habe Lernschwierigkeiten. Seit etwa drei Jahren arbeite ich als Frauenbeauftragte für meine Kolleginnen in der Werkstatt. Ich wünsche mir, dass mehr behinderte Frauen eine Chance bekommen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten. Das wünsche ich mir besonders für Frauen mit schwersten Behinderungen und einem hohen Unterstützungsbedarf. Ich wäre sofort dabei und würde zum Beispiel gern in einem Geschenke-Laden arbeiten."

Lesermeinungen zu “Behinderten Frauen eine Chance geben” (4)

Von undercover

Die Ernsthaftigkeit dieser Aussage von Frau Merkel bezweifle ich sehr stark.
Wenn diese Aussage wirklich der Wahrheit entspräche,
hätte man wohl seit 2009 gesetzliche Anpassungen
des SGB 9 , der WVO und der WMVO vornehmen können.
Stattdessen kursiert in unserer Einrichtung mittlerweile
das Gerücht, das auch Hartz 4 -Empfänger bei uns
aufgenommen werden sollen.
Was das mit Inklusion zu tun haben soll ist mir unbegreiflich.


Von behindertenrecht

Es "klinkt" so unfair und schrecklich, wenn Menschen exklusiv beschäftigt werden und entweder gar keinen Lohn erhalten, weil sie nicht "produktiv" sind , oder nur sehr wenig Lohn, sodaß sie auch mit "aufstocken" nicht inklusiv leben können .
Und Betreute kennen oft ihr Konto gar nicht und waren noch nie auf einer Bank, entsprechend dem unfairen schrecklichen Buchtitel "Ihr Schicksal verwalte ich"
Es stellt sich dann natürlich auch die Frage "Wer ist TÜV und unterstützt auch die Schwächsten aus der Exklusion heraus zu kommen ? " .

Von Gisela Maubach

Auch ich bin gespannt, wie Frau Merkel den Automatismus in die WfbM unterbrechen will.
Gerade gestern wurde auf der Eltern- und Betreuerversammlung unserer WfbM über die Zielvereinbarung mit dem LVR berichtet, wonach 0,5 % (!) der Beschäftigten auf den ersten Arbeitsmarkt wechseln sollen.
Die Zahl der existierenden Persönlichen Budgets wurde mit 0 angegeben.
Und der Elternsprecher hat vorgetragen, dass diejenigen Politiker, die Inklusion fordern, "gar nicht wissen, wovon sie sprechen"!

Es wäre hilfreich, wenn konkret darüber berichtet werden könnte, wie Frau Merkel sich dafür einsetzen will, um einen Tagesablauf außerhalb der WfbM zu ermöglichen - insbesondere auch (!) für nicht-arbeitsfähige schwerstbehinderte Menschen, die in immer größer werdenden WfbM-Gruppen betreut und gepflegt werden und die man "Beschäftigte" nennt, weil es so hübsch klingt . . .

Von Norbert Voigt

Da bin ich mal gespannt Frau Merkel sich dafür einsetzt, dass Menschen mit Behinderung auf den Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle finden und am Arbeitsleben in einer Firma teilhaben. Ich tue mich schwer, daran zu glauben dass die Bundeskanzlerin sich dafür einsetz.

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