Weg vom Fürsorge-Gedanken - hin zur Teilhabe

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bayerischer Rundfunk
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Bild: BR

München (kobinet) "Weg vom Fürsorge-Gedanken - hin zur Teilhabe", so titelt eine Überschrift zu einem Fernsehbericht des Magazins Sehen statt Hören über den vom Forum behinderter Juristinnen und Juristen entworfenen Gesetzesentwurf für ein Gesetz zur Sozialen Teilhabe. Der am 25. Mai ausgestrahlte und im Internet zugängliche Beitrag macht deutlich, weshalb ein solches Gesetz für gehörlose und hörbehinderte Menschen längst überfällig ist.

Das Sehen-statt-Hören-Team mit Autor Holger Ruppert und Moderator Jürgen Stachlewitz befragte in dem Beitrag die Autoren des Gesetzes u. a. zum geplanten Teilhabegeld für Menschen mit Behinderungen und zeigt am Beispiel der gehörlosen Studentin Iris Meinhardt in München, wie hoch die Hürden bisher sind, die Kostenübernahme für einen Gebärdensprachdolmetscher bewilligt zu bekommen, heißt es zu dem Beitrag. "Auch die Politik kommt zu Wort. Der Präsident des Bezirkstags Oberbayern, Josef Mederer, begrüßt diesen Gesetzentwurf, weil damit nicht allein die Kommunen und die Länder finanziell belastet werden, sondern auch der Bund in die Verantwortung genommen wird. Und die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer weist auf ihre Initiative zu einem Bundesleistungsgesetz hin, die Bayern bereits im Bundesrat eingebracht hat und die ebenfalls das Ziel hat, das Recht für Menschen mit Behinderung zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu machen", heißt es zu dem ins Internet mit Gebärdensprache eingestellten Beitrag.

"Die gehörlose Studentin und mit ihr alle Menschen mit Behinderung können hoffen, dass die neue Bundesregierung schon bald nach der Wahl im September das neue Teilhabegesetz beschließen wird. Das wäre für sie ein großer Schritt weg von der Sozialhilfe hin zu einer selbstbestimmten gesellschaftlichen Teilhabe", so das Fazit des Beitrages.

Lesermeinungen zu “Weg vom Fürsorge-Gedanken - hin zur Teilhabe” (1)

Von behindertenrecht

Das kann man nur begrüßen und hoffen , daß auch schwerstbehinderte Menschen , die auf 1:1 Unterstützung angewiesen sind, um inklusiv mitten in der Gesellschaft leben zu können, nicht weiter ohne vertraute persönliche Assistenz, Exklusion überlassen sind und unter sich bleiben . Unter anderen taubblinde Menschen, autistische Menschen und andere, in der Hör-und Sehwahrnung beeinträchtigte Menschen, für die ohne 1:1 Unterstützung ihre Orientierung weiter erschwert bleiben würde und die Gefahr bestände, daß ihr behinderungsbedingtes Verhalten weiter kritisiert wird, obwohl sich dieses durch 1:1 Unterstützung wesentlich "bessern" könnte .

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