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Aktion Mensch hat heute Geburtstag

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Foto: Aktion Mensch e. V.

Bonn (kobinet)

Heute, am 9. Oktober 2026, hat die Aktion Mensch Geburtstag, genau gesagt, ihren 62. Geburtstag. „Wir laden dich ein: Feiere mit uns gemeinsam, wie viel Engagement bewegen kann. Über 5,4 Milliarden Euro konnten wir seit unserer Gründung bereits in soziale Projekte geben“, heißt es in einer Information der Aktion Mensch. „Seit ihrer Gründung steht die Aktion Mensch für gesellschaftlichen Wandel. Die Chronik zeigt, wie aus einer Idee eine der wichtigsten Stimmen für Inklusion in Deutschland wurde – geprägt von Engagement, Debatten und konkreten Veränderungen“, heißt es weiter mit dem Verweis auf die Chronik der Aktion Mensch seit ihrer Gründung 1964.

Link zur Chronik der Aktion Mensch

Link zur Social Media Aktion der Aktion Mensch zum Geburtstag unter dem Motto #HierEntstehtWIR

CPH-Projekt „Kultouren für alle“ erhält Inklusionspreis 2026 des Bezirks Mittelfranken

Größer Gruppe von Personen auf einer Bühne. Eine Person auf der rechten Bildseite hält eine Trafel  in den Händen, welche den Preis zeigt
Vergabe des Inklusionspreis 2026 an Kultouren für alle
Foto: CPH

NÜRNBERG (kobinet)

Das inklusive Projekt „Kultouren für alle“ der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) hat den Inklusionspreis 2026 des Bezirks Mittelfranken erhalten. Die Preisverleihung fand am 7. Oktober 2026 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg statt. Anwesend waren unter anderem Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, der Inklusionsbeauftragte des Bezirks Mittelfranken, Lothar Baumüller, sowie Jury-Mitglieder und Vertreter:innen der Kultour-Tandems – engagierte Personen mit und ohne Behinderung, die gemeinsam inklusive Stadtführungen in Nürnberg entwickeln und durchführen. Anlässlich der Preisübergabe gab CPH-Projektleiterin Diana Löffler bekannt, dass die Aktion Mensch die Förderung des Projekts ab dem 15. Oktober 2026 für weitere zwei Jahre verlängert. Damit sind die inklusiven Stadtführungen vorerst gesichert. Das Projekt „Kultouren für alle“ zielt darauf ab, Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und neue Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung im Bereich kultureller Bildung zu schaffen. Seit 2022 sind die inklusiven Führungen fester Bestandteil des Nürnberger Stadtbilds. Sie werden von Tandems – jeweils einer Person mit und einer ohne Behinderung – entwickelt und geleitet. Angeboten werden Führungen an acht Standorten, darunter der Hauptmarkt, das Rathaus, das Heilig-Geist-Spital, der Saal 600 und die Klarakirche.

Evangelische Stiftung Alsterdorf wird 100. PATRON von WELCOMING OUT

Stilisierte Darstellung von blauen und roten Linien in S-Form von sich umschlingenden Personen
Logo von Welcoming out
Foto: WO

HAMBURG (kobinet)

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf (ESA) schließt sich der Initiative WELCOMING OUT an. Als 100. PATRON unterstützt sie künftig die Initiative, die sich dafür einsetzt, Akzeptanz gegenüber queeren Menschen sichtbar zu machen und ein angstfreies Coming-out zu ermöglichen. Zum öffentlichen Start von WELCOMING OUT im Jahr 2022 gehörten 21 PATRONS zum Bündnis – mit der ESA sind es nun 100. Für die ESA ist der Beitritt Ausdruck ihres Verständnisses von Inklusion: Menschen sollen unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität selbstverständlich dazugehören und sich nicht verstecken müssen.

Bundestag stimmte über NIPT-Monitoring ab – Diakonie fordert ethische Debatte

Logo Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Logo Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Foto: Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Der Bundestag stimmte am 8. Oktober 2026 über einen fraktionsübergreifenden Antrag ab, der die Einrichtung eines umfassenden Monitorings des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) vorsieht. Die Bundesregierung soll die Ergebnisse bis spätestens Ende Juni 2027 vorlegen. Zudem soll ein interdisziplinäres Expertengremium aus Medizin, Ethik und Recht die Grundlagen der Kassenzulassung prüfen und Empfehlungen für eine rechtssichere und ethisch verantwortliche Weiterentwicklung erarbeiten.

DOK Leipzig 2026 bietet barrierefreie Filmangebote trotz gestrichener Fördermittel

Filmprojektor
Filmprojektor
Foto: Mohamed_hassan In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

LEIPZIG (kobinet)

Für die 69. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, die vom 26. Oktober bis zum 1. November 2026 stattfimnden, können zwei lange Dokumentarfilme und ein kurzer Animationsfilm mit Audiodeskriptionen sowie 26 Filme mit einfachen deutschen Untertiteln angeboten werden. Die Audiodeskriptionen werden durch Greta und Starks sowie die Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH ermöglicht. Rund die Hälfte der Untertitel stammt von den Filmschaffenden selbst, die andere Hälfte wird KI-unterstützt von DOK Leipzig erstellt. Zusätzlich finden ein Lang- und ein Kurzfilm als Relaxed Screening im CineStar 2 statt. Dabei bleibt der Saal leicht beleuchtet, Zuschauer*innen können sich frei bewegen oder den Raum verlassen, und Geräusche aus dem Publikum sind erwünscht. Ein kostenloser Begleitservice für Blinde, Sehbehinderte oder Rollstuhlfahrende wird in Kooperation mit der Diakonie Leipzig angeboten. Interessierte können sich per E-Mail vorab bei Susann Hanske oder unter der Telefonnummer +49 341 56 12 12 90 melden.

Trauer um den engagierten Lehrer und Aktivisten für die Rechte behinderter Menschen Bruno Janßen

Bruno Janßen
Bruno Janßen
Foto: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Kleve

Kleve (kobinet)

Der weit über die Grenzen von Kleve hinaus bekannte Lehrer des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, Grünen-Politiker und Aktivist für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Bruno Janßen, ist am 1. Oktober 2026 im Alter von 64 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Er hat sich über Jahrzehnte für Barrierefreiheit, Inklusion und eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in Kleve eingesetzt und hinterlässt eine große Lücke. Diese traurige Nachricht hat die kobinet-nachrichten, die immer wieder über das Wirken von Bruno Janßen berichtet hatten, vor kurzem erreicht.

Ist es nun Zeit, Angst zu bekommen?

Symbol Fragezeichen
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Foto: ht

Mallorca (kobinet)

Lucienne und Nico Mindermann aus dem Saarland haben sich von ihrer Hochzeitsreise aus Mallorca zu den aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die Wahl von Vertreter*innen der AfD zum Landtagspräsidenten und Landtagsvizepräsidenten in Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet. Dabei gehen sie der Frage nach: „Ist es nun Zeit, Angst zu bekommen?“

BdB kritisiert Gesetzentwurf zu ärztlichen Zwangsmaßnahmen

Zwei gebogene Kreisabschnitte, Buchstaben BdB und Text Bundesverband der Berufsbetreuer*innen
Zwei gebogene Kreisabschnitte, Buchstaben BdB und Text Bundesverband der Berufsbetreuer*innen
Foto: nic communication & consulting / BdB

BERLIN (kobinet)

Der Bundesverband der Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer (BdB) kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung zu ärztlichen Zwangsmaßnahmen. Anlässlich der Anhörung des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag am 8. Oktober 2026 betonte die BdB-Vorsitzende Hülya Özkan, dass der Entwurf die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts nicht erfülle. Das Gericht hatte den Gesetzgeber aufgefordert, bis Ende 2026 eine Regelung zu schaffen, die ärztliche Zwangsmaßnahmen unter engen Voraussetzungen auch außerhalb eines Krankenhauses ermöglicht. Der BdB fordert, im Einzelfall abzuwägen, welche Belastung für den betroffenen Menschen größer ist: die Verbringung und Behandlung in einem Krankenhaus oder die Verbringung und Behandlung an einem geeigneten anderen Ort. Unklar ist aus Sicht des BdB auch eine Passage zur medikamentösen Behandlung. Die Gesetzesbegründung beschreibe eine Behandlung mit Medikamenten, die ohne unmittelbaren körperlichen Zwang durchgeführt wird.

Fachverbände raten bei abgelehnter Eingliederungshilfe zum Widerspruch

Logo Lebenshilfe Bundesverband
lebenshilfe
Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

BERLIN (kobinet)

Viele Menschen mit Behinderung erhalten keine Bewilligung für beantragte Leistungen der Eingliederungshilfe. Oft wird dabei auf angeblich vorrangige Leistungen der Pflegeversicherung verwiesen oder das Erfordernis einer „Teilhabefähigkeit“ infrage gestellt. Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung betonen, dass solche Entscheidungen nicht immer rechtmäßig seien. Betroffene sollten daher prüfen, ob ein Widerspruch sinnvoll ist. Zur Unterstützung haben die Fachverbände die kostenfreie „Praxishilfe – Widerspruch bei abgelehnter Eingliederungshilfe“ erstellt. Die Praxishilfe richtet sich an Menschen mit Behinderung, Angehörige sowie Beratungsstellen und soll dazu beitragen, Teilhabeleistungen wirksam durchzusetzen. Sie steht ab sofort auf www.diefachverbaende.de in der Rubrik „Stellungnahmen/Positionspapiere“ zum Download bereit.

Caritas fordert inklusive Jugendhilfereform mit Finanzierungssicherheit

rotes Ausrufezeichen
rotes Ausrufezeichen
Foto: ht

BERLIN (kobinet)

Der Deutsche Caritasverband fordert anlässlich der Beratung des Regierungsentwurfs für das Erste Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG), die geplanten Reformen mit konkreten Anreizen für mehr Inklusion zu verbinden. Angesichts unterschiedlicher Ausgangsbedingungen in Bundesländern und Kommunen sowie knapper Haushalte brauche es klare Ziele, betont der Verband. Wer die Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigungen aus einer Hand gewährleisten wolle, müsse Unterstützung erhalten.

Gerade Kinder mit dem größten Bedarf fallen durchs Raster

Logo PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern
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Foto: PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V.

MÜNCHEN (kobinet)

Fast unbemerkt mitten in der Nacht berät der Bundestag am 8. Oktober in 1. Lesung das Erste Kinder- und Jugendhilfe-Strukturreformgesetz (1. KJHSRG). Zwischen den vielen Reformvorhaben auf Bundesebene droht diese Reform unterzugehen, obwohl der Umbau der Kinder- und Jugendhilfe tief in das Leben von Kindern, Jugendlichen und Familien eingreift. Der Paritätische in Bayern warnt: Wird am falschen Ende gespart, fallen ausgerechnet die Kinder mit dem größten Bedarf durchs Raster. Bisher haben stark belastete Kinder, Jugendliche und Familien einen individuellen Rechtsanspruch auf passgenaue Hilfe. Künftig soll die individuelle Hilfe nachrangig werden. Sie greift erst, wenn ein allgemeines sogenanntes Infrastruktur- oder Regelangebot den Bedarf nicht decken kann. Diese Angebote, soweit sie aktuell bereits existieren, sind oft dadurch charakterisiert, dass sie Kinder in Gruppen oder mit einem geringeren Betreuungsaufwand begleiten

Weitere Peer-Counseling-Weiterbildung startet im Sommer 2027

Teilnehmer*innen der 25. Peer Counseling Weiterbildung in Uder
Teilnehmer*innen der 25. Peer Counseling Weiterbildung in Uder
Foto: bifos

Berlin (kobinet)

Die Nachfrage nach der Peer-Counseling-Weiterbildung des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) ist groß. Deshalb bietet das bifos im kommenden Jahr einen zusätzlichen Weiterbildungsgang an. Die berufsbegleitende Weiterbildung startet am 10. Juni 2027 in der Jugendbildungsstätte Duderstadt und endet im Mai 2028. In sechs mehrtägigen Blöcken geht es unter anderem um die Geschichte der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung, die Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung sowie klientenzentrierte und systemische Beratung. Weitere Themen sind Persönliche Zukunftsplanung, Teilhabeplanverfahren, Persönliches Budget und Netzwerkarbeit. Die Weiterbildung wird von Trainer*innen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung durchgeführt – peer to peer eben, wie das bifos den kobinet-nachrichten mitteilte.

Eindrücke von der Petitionsübergabe für echten Schutz vor Diskriminierung

Gruppenbild von der Petitionsübergabe
261007_Petitionsübergabe
Foto: Felix Weiß / Campact

Berlin (kobinet)

Über 55.000 Menschen haben die Petition des Bündnis AGG Reform Jetzt für einen wirksamen Diskriminierungsschutz unterzeichnet. Am Montag, den 7. Oktober 2026 haben Vertreter*innen des Bündnisses die Petition in den Bundestag gebracht. Unmittelbar vor der öffentlichen Anhörung zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes wurde die auf WeAct gestartete Petition an die Bundestagsabgeordneten Maik Brückner (Die Linke), Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen) und Helge Lindh (SPD) übergeben. Anschließend haben Vertreter*innen des Bündnisses AGG Reform Jetzt die Anhörung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz verfolgt und direkt vor dem Sitzungssaal gezeigt, wie viele Menschen die Forderungen für eine wirksame Reform des AGG unterstützen. Nun wurden eine Reihe von Bildern mit Eindrücken von der Petitionsübergabe veröffentlicht.

Link zu den Bildern von der Petitionsübergabe

Link zur Petition

Aktion Mensch und REWE starten Praktikumsinitiative für Jugendliche mit Behinderung

Logo Aktion Mensch e. V.
Logo Aktion Mensch e. V.
Foto: Aktion Mensch e. V.

Bonn (kobinet)

Die Aktion Mensch und REWE haben am 7. Oktober 2026 die Praktikumsinitiative „Wir machen’s einfach“ gestartet. Das Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz soll Jugendlichen mit Behinderung oder Förderbedarf durch begleitete Praktika in REWE-Märkten einen niedrigschwelligen Zugang zur Arbeitswelt ermöglichen. Beteiligt sind die Partner ProjektRouter und IN VIA. Bis Frühjahr 2027 sind über 30 Praktika in mehr als 15 REWE-Märkten der Regionen Köln, Bonn, Düsseldorf und Rheinland-Pfalz geplant.

Menschenrechtsinstitut fordert Monitoring der Folgen der Kassenzulassung nicht-invasive Pränataltests

Britta Schlegel
Britta Schlegel
Foto: DIMR/Barbara Dietl

Berlin (kobinet)

Anlässlich der geplanten zweiten und dritten Lesung des fraktionsübergreifenden Gruppenantrags „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ am 8. Oktober 2026 im Deutschen Bundestag spricht sich das Deutsche Institut für Menschenrechte für eine systematische Auswertung der Folgen der Kassenzulassung aus. Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Instituts, betonte im Vorfeld der Beratungen im Bundestag: „Die Kassenzulassung des NIPT als pränataler Test auf Chromosomen-Abweichungen wirft grundlegende bioethische Fragen auf: Pränatale Untersuchungen können die Annahme bestärken, manche Menschen seien zu fehlerhaft, um geboren zu werden. Die Kostenübernahme des NIPT durch die Krankenkassen erhöht den gesellschaftlichen Druck auf Schwangere, Föten mit Trisomie abzutreiben. Behinderung ist jedoch ein Teil menschlicher Vielfalt.“

Nachgefragt zur Bedeutung der Optogenetik für die Augenheilkunde

Symbol Fragezeichen
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Foto: ht

Berlin (kobinet)

Der Nobelpreis für Medizin 2026 geht an die beiden deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie an den US-Amerikaner Karl Deisseroth. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Optogenetik. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, um eine Einordnung gebeten, welche Bedeutung die Optogenetik für die Augenheilkunde hat, wie es im neuesten Newsletter des Verbands dbsv-direkt heißt.

Woche des Sehens: Aufklären, sensibilisieren und Barrieren sichtbar machen

Logo: PRO RETINA Deutschland
Logo: PRO RETINA Deutschland
Foto: PRO RETINA Deutschland

Bonn (kobinet)

Barrieren können vielerlei Gestalt haben: Sie reichen von mangelndem Wissen über Vorurteile bis hin zu Hindernissen, die Menschen mit Sehbeeinträchtigung die Teilhabe an der Gesellschaft unmöglich machen. In der Woche des Sehens informieren daher bundesweit Regionalgruppen der PRO RETINA Deutschland über Netzhauterkrankungen und das Leben mit Seheinschränkung. Die Woche des Sehens findet in diesem Jahr zum 25. Mal vom 8. Oktober bis zum 15. Oktober 2026 statt, wie PRO RETINA Deutschland mittels einer Presseinformation mitteilte.

Söder und Scharf würdigen Engagement der Selbsthilfegruppen in Bayern

Wappen Bundesland   Freistaat Bayern
Wappen Bundesland Freistaat Bayern
Foto: Gemeinfrei, public domain

MÜNCHEN (kobinet)

Anlässlich eines Treffens mit 120 Vertreterinnen und Vertretern der Selbsthilfe in der Münchner Residenz haben Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und die Bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf das Engagement der Selbsthilfegruppen im Freistaat gewürdigt. In Bayern gibt es zu mehr als 800 Krankheiten rund 11.000 Selbsthilfegruppen mit etwa einer halben Million Mitgliedern. „Das ist gelebtes Miteinander und gelebte Inklusion. Sich gegenseitig zu unterstützen, füreinander einzutreten und miteinander Probleme und Herausforderungen zu bewältigen“, so Ministerpräsident Söder, „verdient großen Respekt“. Gefördert werden in diesem Jahr mit über 1,6 Millionen Euro neben Landesverbänden für Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit insbesondere die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Bayern als Dachverband der Behindertenverbände, das Netzwerk von und für Mädchen und Frauen mit Behinderung sowie die Selbsthilfekoordinationsstelle Bayern in Würzburg.

Anhörung zu ärztlichen Zwangsmaßnahmen im Betreuungsrecht im Bundestag

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet)

Der Deutsche Bundestag hat am 24. September 2026 in erster Lesung den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Änderung der Regelung über ärztliche Zwangsmaßnahmen im Betreuungsrecht und zur Stärkung des Ultima-Ratio-Gebots sowie der Selbstbestimmung der Betroffenen“ debattiert. Mit der Gesetzesinitiative sollen ärztliche Zwangsmaßnahmen bei betreuten Personen in eng begrenzten Ausnahmefällen auch außerhalb eines Krankenhauses ermöglicht werden. Im Anschluss an die 20-minütige Aussprache wurde der Gesetzentwurf zusammen mit einem Antrag der Fraktion die Linke mit dem Titel „Zwangsbehandlungen reduzieren statt ausweiten – Rechte von Patientinnen und Patienten stärken“ dem federführenden Rechtsausschuss zur weiteren Beratung überwiesen. Heute, am 7. Oktober 2026, wird vom Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz von 14:00 bis 16:00 Uhr im Paul-Löbe-Haus des Bundestages durchgeführt. Die Sitzung ist öffentlich und wird auf www.bundestag.de übertragen, wie es im Internetportal des Bundestages heißt.

Link zu weiteren Informationen zur Anhörung

Link zum Mitschnitt der Bundestagsdebatte vom 24. September 2026 zur Ersten Lesung des Gesetzentwurfs

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 4. September 2026 zum geplanten Gesetz mit der kritischen Betrachtung aus Sicht des Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener

LVKM Baden-Württemberg veröffentlicht deutsche Version des Kartenspiels „Karten für Inklusion“

Bild einer Karte zeigt übermäßig hohe Stufen und ein kleines Krokodil bemüht sich die Stufen zu erklimmen
Beispielkarte aus dem Karten-Set
Foto: LVKM

STUTTGART (kobinet)

Der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg (LVKM) hat eine deutsche Version des Kartenspiels „Karten für Inklusion“ entwickelt. Das Spiel, das ursprünglich 2018 von der britischen Organisation UNLIMITED veröffentlicht wurde, soll spielerisch Barrieren erkennen und Lösungen für mehr Teilhabe entwickeln helfen. Rechtzeitig zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen wurde die deutsche Version seit Mai bei Veranstaltungen erprobt.

Rollstuhlfechter bereiten sich auch nächste Höhepunkte vor

Zwei Fechter auf einem Podium. Im Hintergrund eine Tribüne mit vielen Zuschauern
Maurice Schmidt im Wettkampf
Foto: Kevin Voigt / DBS

FRECHEN (kobinet)

Die Paralympics in Los Angeles sind plötzlich ganz nah: Im Rollstuhlfechten beginnt diese Woche nicht nur die EM, sondern auch die Qualifikationsphase für die Paralympischen Spiele 2028. Mit acht Athletinnen und Athleten startet das deutsche Team ab Donnerstag in Wales in die Wettkämpfe – und gibt sich selbstbewusst. „Wir reisen zum ersten Mal als eines der Favoritenteams an. Alle sind sehr stark, im Team wie im Einzel“, berichtet Bundestrainer Alexander Bondar. Vom 6. bis zum 11. Oktober findet die EM im walisischen Cardiff statt, ab dem 8. Oktober steigen die deutschen Athletinnen und Athleten in die Gefechte ein. Bondar traut jedem Mitglied seines Teams eine Medaille zu, vor allem, da die Motivation in diesem Jahr besonders hoch sein dürfte. „Wer jetzt eine Medaille holt, hat sehr gute Chancen, bei den Paralympics in LA dabei zu sein „, sagt der Bundestrainer.

BAG BBW fordert Bürokratieabbau für Berufsbildungswerke

Bild eines Mannes, der mit langen Schritten auf die Großbuchstaben JOB zugeht
Bild eines Mannes, der mit langen Schritten auf die Großbuchstaben JOB zugeht
Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet)

Anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG) am 8. Oktober 2026 im Deutschen Bundestag fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) einen Bürokratieabbau für Berufsbildungswerke. Tobias Schmidt, Vorsitzender der BAG BBW, begrüßt zwar das Ziel der Reform, die Kinder- und Jugendhilfe inklusiver zu gestalten. Gleichzeitig verlangt er eine Klarstellung in § 45 SGB VIII zur Betriebserlaubnispflicht. Berufsbildungswerke bieten berufliche Qualifizierungs- und Ausbildungsangebote nach dem SGB III für Jugendliche mit Behinderungen an, ergänzt durch Wohn- und Betreuungsangebote, die auch von Minderjährigen genutzt werden. Alle Angebote der Berufsbildungswerke werden von der Bundesagentur für Arbeit finanziert und fachlich geprüft, so Schmidt.

Veranstaltung in Berlin: Opfer von NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisation – Aufarbeitung intensivieren

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet)

„Im Januar 2025 hat der Bundestag einen wegweisenden Beschluss mit dem Titel ‚Opfer von NS-Euthanasie und Zwangssterilisation – Aufarbeitung intensivieren‘ gefasst. Mit diesem Beschluss wurde die Bundesregierung aufgefordert, ein Projekt zu initiieren, um bundesweit Patient*innenakten und Personalunterlagen der Täter*innen zu lokalisieren, zu sichern und zu konservieren. Dieses Projekt soll flankiert werden durch eine Fachtagung, die Möglichkeiten diskutieren soll, wie diese Akten der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Außerdem sollen die Gedenkstätten an den Orten der ehemaligen ‚T4‘-Tötungsanstalten nachhaltig unterstützt werden. Vom 30. Oktober bis zum 1. November 2026 findet die Herbsttagung des ‚Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen “Euthanasie“ und Zwangssterilisation in der Bremer Landesvertretung in Berlin statt“, heißt es auf der Internetseite des Landesbehindertenbeauftragten von Bremen, Arne Frankenstein, der zu dieser Veranstaltung mit einlädt.

Von der Empfehlung zur Umsetzung: Jürgen Dusel besucht die MiA-Akademie in München

Besuch von Jürgen Dusel in der MIA Akademie in München
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Foto: MIA Akademie

München (kobinet)

Politische Empfehlungen in die Praxis bringen: Wie berufliche Teilhabe junger Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung konkret gelingen kann, stand im Mittelpunkt des Besuchs von Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, bei der MiA-Akademie (Münchner inklusive Arbeitswelt) in München. Im Ausbildungscafé Café MiA auf dem Campus Don Bosco/Salesianum tauschte sich Jürgen Dusel vor kurzem mit Fachleuten über Qualifizierung, duale Ausbildung und den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt aus. Dabei wurde deutlich: Einige der Forderungen aus Jürgen Dusels Teilhabeempfehlungen für eine inklusivere Gesellschaft, die er 2024 der Bundesregierung übergab, werden bei MiA bereits erfolgreich umgesetzt.

Wissen Sie, dass wir behinderte Menschen Angst haben?

Dr. Sigrid Arnade (rechts) neben Eva Andrades (links) bei der Anhörung zur AGG Reform
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Foto: Screenshot von der Übertragung des Bundestages omp

Berlin (kobinet)

„Wissen Sie, meine Damen und Herren, dass wir als behinderte Menschen Angst haben? Wir haben Angst davor, dass sich die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit der Rechtsextremen nach Menschen mit Migrationshintergrund zunehmend auch gegen uns Menschen mit Behinderungen richtet. Aus der Geschichte wissen wir, wohin schleichende Entmenschlichung führen kann. In den bildungspolitischen Vorhaben der AfD in Sachsen-Anhalt erleben wir mit der Ausgrenzung behinderter Kinder und von Kindern mit Migrationshintergrund die konkreten Anfänge dieser perfiden Strategie. Wir haben Angst, aber noch hoffen wir, dass der demokratische Rechtsstaat uns schützt. Deshalb bitte ich Sie als unsere Legislative hier und heute: Schützen Sie uns und andere benachteiligte Gruppen besser vor Diskriminierung. Sie haben die Hebel dafür in der Hand. Ein potentiell wirksamer Hebel ist das AGG, das leider Lücken aufweist, die Sie schließen können.“ Mit diesen Worten hat sich Dr. Sigrid Arnade vom NETZWERK ARTIKEL 3 bei der Anhörung zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) am 5. Oktober 2026 an die Mitglieder des Rechtsausschuss des Bundestages gewandt. Heute, ein Tag später, ist nach der Wahl eines AfD Vertreters als Landtagspräsident und eines weiteren AfD Vertreters als Landtagsvizepräsident in Sachsen-Anhalt wahrscheinlich nicht nur mit den Stimmen des BSW, sondern auch aus der CDU diese Angst nicht geringer geworden. Die Hoffnung, dass die Abgeordneten des Deutschen Bundestages am Ende doch noch eine Gesetzesreform zu einem wirklich besseren und wirksamen Schutz vor Diskriminierungen verabschiedet, bleibt dennoch bis zuletzt bestehen.

Link zur Aufzeichnung der Anhörung zur AGG-Reform vom 5. Oktober 2026 im Rechtsausschuss des Bundestages

Bundestag berät über Auswertung der Nutzung vorgeburtlicher Bluttests

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Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

BERLIN (kobinet)

Am 8. Oktober 2026 wird der Bundestag in zweiter und dritter Lesung über einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Auswertung der Nutzung vorgeburtlicher Bluttests (NIPT) auf Trisomie beraten. Hintergrund ist, dass der Test, der seit Juli 2022 in begründeten Einzelfällen von den Krankenkassen übernommen wird, zunehmend flächendeckend in Anspruch genommen wird – entgegen der gesetzgeberischen Absicht. Der Antrag verlangt daher eine Überprüfung der Nutzungspraxis. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe fordert die Abgeordneten auf, dem Antrag zuzustimmen. Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin, betont: „Aktuelle Zahlen belegen, dass der NIPT schon jetzt zur Regeluntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge geworden ist – ganz entgegen dem Willen des Gesetzgebers. Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen fühlen sich dadurch diskriminiert.“

VdK fordert Beteiligung an Pflegekommission und warnt vor Benachteiligung pflegender Angehöriger

Logo VdK Deutschland
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Foto: VdK Deutschland

BERLIN (kobinet)

Am 7. Oktober 2026 will das Bundeskabinett die Pflegekommission offiziell einsetzen. Der Sozialverband VdK kritisiert, dass die aktuellen Reformpläne die Situation von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen nicht verbessern würden. Vielmehr drohten Einschnitte, etwa beim Zugang zu Pflegegraden oder bei der Verhinderungspflege, während der Bund seinen Zuschuss zur Pflegekasse bis 2028 aussetze. Gleichzeitig steige der Druck auf Beitragszahlende und die Eigenanteile, so der Verband.

Wie barrierefrei und inklusiv ist Baden-Württemberg und wie kann sich die Selbstvertretung besser organisieren?

Landkarte Lage Baden-Württenberg in Deutschland
Landkarte Lage Baden-Württenberg in Deutschland
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Singen (kobinet)

„Baden-Württemberg ist ein Flächenland und jeder Landkreis und jede Stadt hat nach wie vor andere Vorstellungen wie die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt und wie die Teilhabe am Leben mit der Eingliederungshilfe unterstützt werden soll. Wie steht es mit der Barrierefreiheit an öffentlichen und privaten Gebäuden, die Zugänglichkeit in Arztpraxen, Beratungsstellen, Restaurants, der Volkshochschule, etc.? Wie können Menschen mit Behindeurung in Baden-Württemberg am Leben teilhaben, was hindert sie und wo gibt es gute Beispiele?“ Darum soll es nach Ansicht von Britta Schade u.a. beim ersten Treffen für eine eventuelle Gründung einer LIGA Selbstvertretung für Baden-Württemberg gehen. Die langjährig behindertenpolitisch Engagierte lädt daher zu einer Auftaktveranstaltung für interessierte behinderte Menschen aus Baden-Württemberg zur eventuellen Gründung einer LIGA Selbstvertretung am 14. Oktober 2026 um 18.00 online via ZOOM ein. „Das Online-Treffen soll einen Raum für Austauch und Vernetzung geben und eine Themensammlung für Aktivitäten in Baden-Württemberg und Planungen für das weitere Vorgehen liefern“, betonte Britta Schade.

Wo ist der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz geblieben

KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
Foto: Juliane Harms mit KI gestaltet

Berlin (kobinet)

Wo ist eigentlich der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) geblieben? Diese Frage wird immer wieder an die Redaktion der kobinet-nachrichten gerichtet und ist keinesfalls unberechtigt. Denn nachdem am 22. Juni 2026 begleitet von massiven Protesten der Behindertenbewegung vom Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales im Paul-Löbe-Haus des Bundestages durchgeführt wurde, herrscht Funkstille über den weiteren Fortgang der Beratungen und den konkreten Zeitplan für die abschließende Beratung und Verabschiedung des Gesetzes im Plenum des Deutschen Bundestages. Es wäre wohl nicht das Behindertengleichstellungsgesetz mit seiner unendlichen Geschichte von Ankündigungen, Verzögerungen, Blockaden durch Ministerien wie das Wirtschaftsministerium und nicht zufriedenstellener Regelungen in Sachen konkrete Verbesserungen zur Barrierefreiheit, wenn es in der Zielgeraden des Gesetzgebungsverfahrens nicht auch wieder haken würde, ließ vor kurzem der Sprecher der LIGA Selbstvertretung, Ottmar Miles-Paul, verlauten. Und auch der Redaktion der kobinet-nachrichten ist nicht mehr bekannt, außer, dass verschiedene Akteur*innen vor allem aus der SPD innerhalb der Regierungskoalition um nötige Verbesserungen ringen. Wenn das Gesetz noch im Herbst der Reformen verabschiedet und dabei hoffentlich entscheidet verbessert wird, wie es die LIGA Selbstvertretung und viele Behindertenverbände fordern, könnte dieses Gesetzgebungsverfahren letztendlich als Rohrkrepierer enden, wie viele befürchten oder sich je nach Einschätzung angesichts des schlechten Gesetzentwurfs vielleicht sogar freuen würden.

Wegweiser zut Barrierefreiheit von Museen

Close-up of a blue directional sign for accessible parking amidst urban greenery.
Close-up of a blue directional sign for accessible parking amidst urban greenery.
Foto: Caleb Oquendo

LEMWERDER (kobinet)

Ob ein Museumsbesuch Spaß macht und zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, entscheidet sich oft an Details: eine Stufe am Eingang, ein fehlender Aufzug, kein barrierefreies WC. Diese Angaben sind auf vielen Museumswebsites schwer zu finden. Das Projekt „Museums Atlas“ will da als kostenloser und unabhängiger Museumsführer weiterhelfen. Es wird für jedes Museum einheitlich und vergleichbar recherchiert über stufenlose Zugänge für Besucher mit Rollstuhl, Aufzüge, ein barrierefreies WC oder das Vorhandensein von Behindertenparkplätzen, wie den freien Eintritt für Begleitpersonen, Assistenz- und Blindenführhunde oder das Vorhandensein von Tastmodellen und Führungen in Gebärdensprache, Leichte Sprache beziehungsweise Audiodeskription. Informationen dazu stehen auf dieser Internetseite zur Verfügung.

Verbändeübergreifender Zwischenruf zur Reform des Kinder- und Jugendhilferechts

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

Bereits am 8. Oktober 2026 soll zu später Stunde im Plenum des Deutschen Bundestags die erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (Erstes Kinder- und Jugendhilfestrukturreform-Gesetz – 1. KJHSRG) eingebracht und debattiert werden. Innerhalb kurzer Zeit haben sich 22 Verbände und Organisationen an einer fachpolitischen Aktion beteiligt und haben einen gemeinsamen Zwischenruf an die Mitglieder der relevanten Bundesgremien, die beiden Staatssekretärinnen im BMBFSFJ sowie Frau Bundesministerin Prien zur geplanten Reform des Kinder- und Jugendhilferechts versandt. Der verbändeübergreifende Zwischenruf trägt den Titel „Keine Mitteilungspflicht des Jugendamtes an Familiengerichte, wenn Eltern Hilfen im Kinderschutz ablehnen!“ Darin weisen die unterzeichnenden Fachverbände und Expert*innen mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass die in einem Halbsatz unter Nr. 1 eingefügte Formulierung einen massiven Eingriff sowohl in das hilfeorientierte System der Kinder- und Jugendhilfe als auch in die professionelle Handlungsautonomie der Jugendämter darstellt und die Änderung aus fachlichen und verfassungsrechtlichen Gründen abgelehnt wird.

Link zum verbändeübergreifenden Zwischenruf

Link zur Tagesordnung des Plenums des Deutschen Bundestages mit weiteren Informationen zur Gesetzesreform und zum aktuellen Zeitplan

Anhörung zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz online verfügbar

Frisbee mit der Aufschrift: Zeit für den großen Wurf: AGG Reform Jetzt!
260710_Frisbee_Zeit_für_großen_Wurf
Foto: Natalie Rosenke

Berlin (kobinet)

Diejenigen, die sich ein Bild über die verschiedenen Positionen zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verschaffen wollen, für die könnte die Aufzeichnung der Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung und zu einem Antrag der Linksfraktion des Rechtsausschuss vom 5. Oktober 2026 interessant sein. Nun wurde die gesamte Aufzeichnung der Anhörung ins Internetangebot des Deutschen Bundestages mit weiteren Informationen zu den Stellungnahmen der einzelnen Sachverständigen und zum Gesetzentwurf eingestellt. Wann der Gesetzentwurf und eventuelle Änderungsanträge abschließend im Bundestag beraten werden und abgestimmt wird, darüber liegen den kobinet-nachrichten noch keine Informationen vor.

Link zur Aufzeichnung der Anhörung zur AGG Reform und zu weiteren Infos

Menschenrechte brauchen gesellschaftliche Aufmerksamkeit: Unsichtbarkeit schützt nicht vor Gewalt

Cover der Blogreihe Fensterblick NRW
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Foto: KSL.NRW

Gelsenkirchen (kobinet)

„Menschenrechte brauchen gesellschaftliche Aufmerksamkeit: Unsichtbarkeit schützt nicht vor Gewalt. Sie schützt nur davor, sie wahrnehmen zu müssen. Es muss ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für die besondere Bedrohungslage von Menschen mit Behinderungen durch rechte Kräfte geschaffen werden.“ So heißt es in einem Blogbeitrag mit einer Stellungnahme von M. Butschkau L. Bertelmann, M. Zebrowski, A.Wohlfahrt und M. Seger von der Koordinierungsstelle des Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben NRW in der Reihe Fensterblick NRW.

Link zum Beitrag

Willis Empfehlung nach dem Wahlaufreger: Affektiv abrüsten! Feindseligkeit und Hassgefühlen keine Nahrung geben!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

„Lasst uns jetzt über unsere Ängste gemeinsam miteinander reden“, diesem jetzt auch in der Behinderten-Community geäußerten Bedürfnis kann ich nur zustimmen! Genau so hätte ich es mir auch bei den Ängsten während der extremen Hitzetage- und wochen gewünscht.

Sparpaket trifft Eltern von Kindern mit Behinderung hart

Logo Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)
Logo Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)
Foto: Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)

DÜSSELDORF (kobinet)

Für den Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) stellt das am 30. September 2026 von der Bundesregierung beschlossene Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) einen enormen Rückschritt für pflegende Angehörige dar. Insbesondere wirkt sich die Abschaffung der flexiblen Entlastungsleistungen verheerend für Eltern von Kindern mit Behinderung aus. „Wer ohne Pause pflegt, wird schnell selbst zum Pflegefall“, erklärt Beate Bettenhausen, Vorsitzende des bvkm. „Gerade Eltern von Kindern mit Behinderung, die ihre Kinder oft über viele Jahrzehnte in der eigenen Häuslichkeit pflegen, sind enormen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Sie brauchen deshalb dringend immer wieder Auszeiten und sind darauf angewiesen, dass die Pflege ihres Kindes in dieser Zeit durch vertraute Bezugspersonen sichergestellt wird.“

Petition zur AGG Reform vor Bundestagsanhörung übergeben

Petitionsübergabe zur AGG Reform an Bundestagsabgeordnete
261005_AGG_Petitionsübergabe
Foto: Natalie Rosencke

Berlin (kobinet)

Vertreter*innen des Bündnis AGG Reform Jetzt!, das für eine wirksame Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eintritt, haben am heutigen 5. Oktober 2026 vor der Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur AGG Reform die gesammenten Unterschriften an Abgeordnete des Deutschen Bundestages übergeben. Insgesamt haben bisher über 55.000 Unterstützer*innen die Petition mit dem Titel „Echter Schutz vor Diskriminierung – für ein wirksames Gleichbehandlungsgesetz“ übergeben. Natalie Rosenke von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung hat den kobinet-nachrichten kurz nach der Übergabe der Petition zugesandt.

Autismus soll in Bayern sichtbarer werden

Wappen Bundesland   Freistaat Bayern
Wappen Bundesland Freistaat Bayern
Foto: Gemeinfrei, public domain

MÜNCHEN (kobinet)

Das Sozialministerium des Freistaates Bayern ruft federführend die Autismusstrategie Bayern ins Leben. Das Motto dieser Strategie lautet „Autismus: So vielfältig wie das Leben“. Im Rahmen der Kampagne werden in allen sozialen Medien Informationen verbreitet, es wird einen Film, Clips in den Sozialen Medien und weitere Informationsmaterialien geben. Ziel ist es, Maßnahmen umzusetzen, die die Lebensverhältnisse der Betroffenen nachhaltig zu verbessern und einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Wesentlicher Bestandteil der Strategie ist ein regelmäßiger Runder Tisch Autismus, der die Umsetzung begleitet. Diese Autismusstrategie wurde heute im Bayerischen Sozialministerium vorgestellt und startet noch in diesem Monat eine crossmediale Aufklärungskampagne.

Katrin Gensecke bleibt Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt und setzt sich für Inklusion ein

Katrin Gensecke
Katrin Gensecke
Foto: Katrin Gensecke

MAGDEBURG (kobinet)

Am 6. Oktober 2026 konstituiert sich der Landtag von Sachsen-Anhalt neu. Katrin Gensecke, Co-Bundesvorsitzende der AG Selbst Aktiv der SPD, wird als eine von acht SPD-Abgeordneten wieder dabei sein. Sie wurde mit einem besseren Ergebnis als vor fünf Jahren wiedergewählt. Als Sprecherin für Menschen mit Behinderungen will sie weiterhin für Barrierefreiheit, Inklusion und Partizipation kämpfen. Dies sei angesichts der starken AfD-Fraktion mit 39 Mandaten, die Inklusion als „gescheitertes Experiment“ beenden möchte, besonders wichtig, so Gensecke.

Dabei beim inklusiven Staffelmarathon in Köln

Rollstuhlfahrerin mit Adaptivbike wartet in Wechselzone der Staffel im neongelben „R(h)ein Inklusiv“ T-Shirt
261004_Köln_Marathon
Foto: privat

Köln (kobinet)

Bei R(h)ein Inklusiv gingen Menschen mit und ohne Behinderung beim Köln Marathon am 4. Oktober 2026 gemeinsam an den Start. Sie wollten damit deutlich machen: Behinderung, Leistung und Spaß am Sport schließen sich in keiner Weise aus. R(h)ein Inklusiv ist eine bunte Gemeinschaft mit einem einzigartigem Wir-Gefühl: „Zusammen sind wir stark!“ Ins Leben gerufen wurde der inklusive Staffel-Marathon von der DGUV und der Deutschen Sporthochschule Köln. Beim Köln-Marathon 2016 startete R(h)ein Inklusiv erstmals – damals mit insgesamt sieben inklusiven Staffeln. Ein Jahr später waren es bereits 21 Staffeln, die gemeinsam die Marathon-Strecke absolvierten und heute 37 Staffeln.

Noch ist es nicht zu spät für eine gute AGG-Reform

Dr. Sigrid Arnade in Berlin
Dr. Sigrid Arnade in Berlin
Foto: ISL e.V.

Berlin (kobinet)

„Die jüngsten Wahlergebnisse haben das Land erschüttert. Viel ist von der Gefährdung unserer Demokratie und unserer Werte die Rede – zu Recht. Wenn man dann diesen mutlosen Gesetzentwurf liest, fragt man sich aber doch, worum die demokratischen Parteien und ihre Vertreter*innen wirklich besorgt sind: Geht es tatsächlich um die demokratischen Werte oder eher um ihre Mandate? Die Novellierung des AGGs wäre eine wunderbare Gelegenheit zu demonstrieren, worin die Vorteile eines demokratischen Gemeinwesens bestehen. Der Schutz der Würde aller Bürger*innen könnte verbessert werden; die Gleichheit aller Menschen könnte betont werden; Minderheiten könnten besser vor Diskriminierungen geschützt werden. Letzteres ist gerade angesichts des Erstarkens rechtsextremistischer Kräfte wichtiger denn je. Wir verstehen nicht, weshalb der Deutsche Bundestag so eine Steilvorlage, die Vorteile eines demokratischen Gemeinwesens zu demonstrieren und unsere Werte effektiv zu schützen, geradezu ignorant verstreichen lässt. Wen wundert da noch das schwindende Vertrauen in die einstigen Volksparteien?“ Diese Vorbemerkung hat die renommierte Behindertenrechtlerin Dr. Sigrid Arnade ihrer Stellungnahme zur heute am 5. Oktober 2026 von 11:30 – 13:30 Uhr stattfindenden Anhörung zum Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und zu einem Antrag der Bundestagsfraktion der LINKEN mit dem Titel „Antidiskriminierungsstelle des Bundes stärken – Diskriminierungsschutz erweitern“ vorweggestellt, zu der sie als Sachverständige eingeladen ist.