Soll so die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Salzburg aussehen?

Veröffentlicht am von Mag. Monika Schmerold

Wappen Salzburg
Wappen Salzburg
Bild: Land Salzburg

Salzburg (kobinet) Verwunderung in Salzburg: Das St.-Vinzenz-Heim in Schernberg soll um 19 Millionen (!) Euro umgebaut werden. Dies verwundert umso mehr, da sich doch kürzlich die neue Salzburger Landesregierung zur "schrittweisen Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen auf Landesebene" (S. 35) bekannt hat.

Gleichzeitig gibt es in Salzburg keine Persönliche Assistenz. Was das nun mit der Umsetzung der UN-Konvention zu tun hat ist nicht nachvollziehbar. 

Ausbau statt Auflösung?

Während Skandinavien De-Institutionalisierungs-Beauftragte einsetzt und bereits seit 1991 (!) per Gesetz alle Heime auflöst leistet sich Salzburg 2013 eine ganz eigene Interpretation von Selbstbestimmung und Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen.

Laut Aussendung der Salzburger Landeskorrespondenz gibt es im St.-Vinzenz-Heim "170 erwachsene mit besonderen Bedürfnissen". Was sind deren "besonderen Bedürfnisse", die nicht auch außerhalb von Heimen erfüllt werden könnten? Der Genuss von Menschenrechten? Ein selbstbestimmtes Leben mit Persönlicher Assistenz? Die selbstverständliche Teilhabe an der Gesellschaft?

Also große Überraschung, widerspricht doch das geplante Projekt dem angekündigten politischen "Neustart in Salzburg", dem Arbeitsübereinkommen der Salzburger Volkspartei, der Grünen und des Teams Stronach. Zu hoffen ist, dass dieser Beitrag viele EntscheidungsträgerInnen zum Nachdenken anregt.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.