Noch 37 Tage bis zur Bundestagswahl

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Christian Judith
Christian Judith
Bild: Christian Judith

Hamburg (kobinet) Wenn Christian Judith am 22. September mit seinem Dreirad ins Wahllokal in Hamburg rollt, hat der langjährig in der Behindertenbewegung Aktive eine Reihe von Wünschen im Gepäck. Neben einem Leistungsgesetz wäre dies zum Beispiel auch der Umgang auf gleicher Augenhöhe. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit Christian Judith über die Wahl und seine Wünsche.

kobinet-nachrichten: Wie ich dich kenne, wirst du dir die Möglichkeit zu wählen am 22. September nicht entgehen lassen. Rollerst du ins Wahllokal oder wählst du per Briefwahl? Vor allem: ist dein Wahllokal für dich barrierefrei nutzbar?

Christian Judith: Du glaubst es kaum, aber mein Wahllokal war bis jetzt immer mit dem Rollstuhl zu erreichen. Also ich rolle!!!

kobinet-nachrichten: Wenn du als langjähriger aktiver Streiter der Behindertenbewegung auf die kommende Bundestagswahl schaust, was fällt dir dabei auf, bzw. was ist für dich wichtig?

Christian Judith: Dass viele wählen gehen und dass es ein deutliches Zeichen an die Politik gibt, dass Menschen mit Behinderung eine Stimme in Deutschland haben und diese auch gebrauchen, um eine schlechte Behindertenpolitik abzustrafen.

kobinet-nachrichten: Welche Hoffnungen hast du für die Behindertenpolitik in der nächsten Legislaturperiode des Bundestages?

Christian Judith: Oh es wäre so schön, wenn die Regierung sich einmal auf die Interessen und Belange der Menschen mit Behinderung einlassen und entsprechende Gesetze machen würde. Oder noch besser, wenn die Regierung einfach mal die Behindertenrechtskonvention umsetzen würde. Und zwar schnell, also sagen wir mal in vier Jahren. Und wenn wir Menschen mit Behinderung endlich ein Leistungsgesetz bekommen würden, bei dem wir nicht immer in die Armut gezwungen werden. Mal auf Augenhöhe gleichberechtigt behandelt zu werden, wäre auch nicht schlecht. Oder jetzt mal ein ganz gewagter Wunsch. Wenn ich zum Beispiel ein Hilfsmittel benötige, dann möchte ich eine Beratung, die mir sagt: "Nehmen Sie doch lieber dieses Hilfsmittel, dass ist besser für Sie, kostet etwas mehr, aber das übernehmen wir gerne für Sie." Weil die Kosten dafür trägt die Solidargemeinschaft.

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