Wolfgang Schäuble würdigt Engagement des MMB

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Heinrich Buschmann und Wolfgang Schäuble
Heinrich Buschmann und Wolfgang Schäuble
Bild: Sanchez, Daniel

Landau (kobinet) Im Rahmen eines Festakts der CDU Landau wurde gestern die Organisation "Mobil mit Behinderung" (MMB) für sein ehrenamtliches Engagement geehrt. Der Vorsitzende des MMB Heinrich Buschmann nahm die Ehrung aus den Händen des Bundesfinanzministers Dr. Wolfgang Schäuble entgegen und hatte Gelegenheit mit dem Finanzminister zu sprechen und für eine bessere Mobilität vor den ca. 1.000 TeilhnehmerInnen der Veranstaltung zu werben.

Mobil mit Behinderung setzt sich seit 12 Jahren für die selbstbestimmte Mobilität von Menschen mit Behinderung ein. Insbesondere Familien mit behinderten Kindern haben aufgrund der restriktiven Auslegung der Eingliederungshilfe-Verordnung extreme Schwierigkeiten die Teilhabe ihrer schwerstbehinderten Kinder am Leben in der Gesellschaft sicher zu stellen. Gemeinsam mit einem Bündnis von Verbänden wie der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und dem Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) fordert der MMB ein Umdenken in der Sozialpolitik. Hierzu haben das Forum behinderter Juristinnen und Juristen einen Entwurf für ein Gesetz zur Sozialen Teilhabe und die Verbände Forderungen für ein solches Gesetz vorgelegt. Heinrich Buschmann erwartet, dass diese Vorschläge von der Bundesregierung aufgegriffen und in die Beratungen für das geplante Bundesleistungsgesetz einfließen.

"Ja, Mobilität ist ein verdammt wichtiges Thema – ich kann Herrn Buschmann nur recht geben, wie schnell sich das Leben von heute auf morgen ändern kann. Da kenne ich auch welche", erklärte Dr. Wolfgang Schäuble unter Beifall in seiner Dankesrede für den MMB und Heinrich Buschmann. "Menschen mit Behinderung brauchen Mobilität, wie sonst sollen sie in die Gesellschaft kommen. Im Grunde sind alle Menschen irgendwie irgendwo behindert – nur wir haben den Vorteil, dass uns dies bewusst ist", erklärte Dr. Wolfgang Schäuble mit Blick auf Heinrich Buschmann.

Im Vorfeld der offiziellen Ehrung hatte Heinrich Buschmann die Gelegenheit mit dem Bundesfinanzminister zu reden und ihm die Forderungen des MMB und von ForseA sowie das Buch von Robert Schneider "Geht es hier nach Größe" übergeben.

"Nach der Ehrung konnte ich einige Worte an die ca. 1.000 Gäste richten und ihnen erklären, wie schmal der Grad ist, die sie von einer Behinderung trennt und wie lückenhaft die sozialen Gesetze sind, deren Härte man erst dann zu spüren bekommt, wenn es zu spät ist", so Heinrich Buschmann gegenüber den kobinet-nachrichten. Mit Blick auf den Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhard plädierte Heinrich Buschmann dafür, endlich die Gesetze so zu ändern, das auch behinderte Menschen am Leben in der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben können.

Link zu Mobil mit Behinderung

Link zur Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe

Lesermeinungen zu “Wolfgang Schäuble würdigt Engagement des MMB” (6)

Von Westkueste69

Eigentlich müsste Herr Schäuble diese Auszeichnung zusätzlich mit einem angemessen Preisgeld versehen, für all deine Bemühungen und Stunden die du aufopferungsvoll für dieses Engagement und all die Familien und Betroffenen aufbringst. Obwohl kein Preisgeld dieses aufwerten könnte! was du für all diese Menschen leistest, ist eigentlich nicht bezahllbar.
Ein Herr Schäuble wird diese Probleme bestimmt nicht haben, deshalb wird es endlich Zeit, dass sich in dieser Hinsicht etwas ändert und das auf Bundesebene einheitlich für alle Bundesländer!

Gruß

Westkueste69

Von Ellen

Tja Herr Schäuble, da kommen wir nun beide aus dem "Musterländle" über dem der große Stern der Autoindustrie kreist..... nur leider nicht für die, die es am nötigsten hätten. Wie hat es ein Stuttgarter Sänger mal formuliert: "I fahr Daimler, d'Schtroß ghört mir" - Ich fahre Elektrorollstuhl, Reichweite gerade mal 20 km, also eigentlich nur 10, denn ich muss ja wieder zurück. Das Auto mit dem Stern muss es auch nicht immer gleich sein. Aber Bus und Bahn sind im oberschwäbischen Flachland keine rollstuhlgerechten Alternativen. Es hängt so viel an der Mobilität: Arbeitsplatz, Gesundheit (Arzt-/Therapiebesuche), Familie, Kultur, Spaß - Schlicht: Das ganze Leben. Solange immer noch die meisten von uns davon ausgeschlossen werden, sind wir von der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention noch Welten entfernt.

Von Katrin Westenweller

Die Wertschätzung im Allgemeinen finde ich gut. Doch lieber wäre mir, wenn Taten folgen. Ich selber weiß nicht weiter. Einen kranken Angehörigen zu pflegen macht arm. Arm bedeutet gleichzeitig nicht teilhaben zu können. Ein Auto? Kann ich mnir nicht leisten, ich bete jeden Tag das mein altes durchhält. Ohne Auto kann ich meine Aufgaben nicht bewältigen, ohne Auto können wir nicht teilhaben, ohne Auto sind wir einsam, ohne Auto leiden wir mehr als an der Krankheit selbst. Meine Gedanken kreisen täglich wie ich das erhalte, denn geht es kaputt- dann ist Feierabend - mit allem.

Daher bitte ich mich nicht von Sachbearbeitern abhängig zu machen, schreibt endlich fest was den Menschen in solchen Situationen zusteht. Der Staat spart, da ich die Aufgaben gerne für das Familienmitglied übernehme, doch kommt mir auch ein Stück entgegen und ladet nicht alles auf meinen Schultern ab. Nehmt mir die schlafelosen Nächte, wo ich mir Gedanken machen muss was ich tue wenn das KFZ ausfällt. Denn wenn ich mehr schlaf wieder bekomme, reicht meine Kraft länger die Aufgaben der Pflege weiter zu übernehmen.

Lieber Heinrich, ich persönlich bin Dankbar das es Menschen wie dich gibt. Die vielen fleißigen Helfer des MMB`s. Wenn wir nicht hier Hoffnung schöpfen würden, dann wäre ich verlassen. Ich danke euch für so viel Einsatz für die Sache. Der Preis ging ddaher genau an die richtigen!

Von Leo Eberle

Hallo Herr Schäuble,

meinen Sie eine Auszeichnung und ein hände schütteln hilft den Menschen, die Tag für Tag mit solch schweren Schicksalen zu lebe haben, weiter?

Da muss mehr kommen als so eine Auszeichnung, ich nein wir verlangen Gerechtigkeit und die ist schon sehr lange überfällig!!

Sie sind mit allem nötigen versorgt, was Assistenz und Hilfsmittel angeht, aber der normale behindere Bürger der vllt nur einen Job hat als Bürokraft oder eine Mutter die auf Ihren Job verzichtet um das eigene schwerbehinderte Kind zu pflegen, genau diese Leute müssen sich mit Sachbearbeiter rumschlagen die strikt vorerst alles ablehnen?

Wir haben Sie doch in den Obersten Ebenen und wenn ein Fußgänger Sie sieht, kann er sich doch denken das Sie es schwerer haben als er selbst?

Fangen Sie an die Schmerzen zu lindern und helfen Sie uns gefälligst, wir wollen nur das was andere nicht behinderte Menschen haben.

- Freie zugangsmöglichkeiten zu Theater, Kinos, usw.
- die freie Zeiteinplanung duch eigene Mobilität
- über die gleichen Probleme klagen wie z. B. der Mann der auf die Frau wartet, um endlich den reservierten Tisch im Restaurant zu bekommen.

Wir verlangen keine Millionen um sie dann aus dem Fenster zu werfen.Wir verlangen unsere Menschenrechte die im Grundgesetz verankert sind und dennoch nicht berücksichtigt werden!!

verdammt nochmal
Mit freundlichen Grüßen

Leo Eberle

Von Inge Rosenberger

es wäre schön, . . .
- wenn es zusätzlich zu den lobenden Worten und den Auszeichnungen endlich eine echte Wertschätzung der betroffenen Menschen geben würde - unabhängig von deren ökonomischen Leistungen!
- wenn den betroffenen Menschen nicht weiterhin ihre Rechte auf eine erschreckende Art und Weise entweder komplett vorenthalten oder nur nach Überwindung übermäßiger bürokratischer Hürden und nach langen Kämpfen gewährt werden würde!
- wenn die Verantwortlichen den Leistungsberechtigten nicht ständig Leistungserschleichung unterstellen würden!
- wenn geltendes Recht endlich ohne Wenn und Aber von den Leistungsberechtigten in Anspruch genommen werden könnte!

Von Olivia

Ja, es wird höchste Zeit, dass sich was dreht. Mein nicht mehr schulpflichtiger Sohn im Rollstuhl und mit Pflegebedarf hat derzeit keinen Fahrdienst zu seiner Bildungsmaßnahme (Kostenübernahme offen, da Ämterzuständigkeit ungeklärt) und ich nur noch zwei Wochen ein altes Auto ohne TÜV. Und was mache ich in zwei Wochen? Auch das soziale Leben fällt ab dann aus, weil der nächste Bahnsteig nur über Treppen zu erreichen ist. Ein neues Auto sprengt mein Budget (alleinerziehend mit zwei Kindern, teilzeitberufstätig).

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