Barrierefreie Antragsformulare Fehlanzeige

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Anna-Maria Courtpozanis
Anna-Maria Courtpozanis
Bild: Anna-Maria Courtpozanis

Roßdorf bei Darmstadt (kobinet) Anna-Maria Courtpozanis aus Roßdorf bei Darmstadt schildert für die Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe ihre Erfahrungen mit der nicht barrierefreien Kommunikation mit der Agentur für Arbeit. Die blinde Frau arbeitete bis Oktober letzten Jahres als Expertin für eine barrierefreie Internetgestaltung bei Web for all, meldete sich dann arbeitslos und ist seit Januar dieses Jahres freiberuflich tätig.

"Ich empfinde es als eine absolute Ungleichbehandlung, dass ich bei der Arbeitsagentur kein einziges Formular selbst ausfüllen konnte, sondern dafür immer Hilfe brauchte. Die Formulare wurden mir von der Sachbearbeiterin bei der Arbeitsagentur in Darmstadt nur in Papierform überlassen. Sie hat sie zwar von irgendwo ausgedruckt, jedoch das digitale Formular habe ich als blinde Nutzerin nie unter die Finger oder ins Ohr bekommen. Ich möchte aber meine Geschäfte eigenständig erledigen können und nicht immer jemanden bitten müssen." So schildert Anna-Maria Courtpozanis ihre Erfahrungen.

Im Entwurf des Forums behinderter Juristinnen und Juristen ist neben einem Recht auf Leichte Sprache im Umgang mit Behörden auch der Anspruch auf eine barrierefreie Kommunikation, wie zum Beispiel für blinde, seh- und hörbehinderte Menschen, vorgesehen. Dieses und andere kurze und prägnante Beispiele für Benachteiligungen in der gegenwärtigen Sozialgesetzgebung sollen im Rahmen der Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe nächste Woche an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages geschickt werden. Weitere solcher Beispiele sind unter E-Mail: info@teilhabegesetz.org willkommen.

Link zu weiteren Beispielen für Benachteiligungen

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