Mit 12,6 km/h gegen Blindengeldkürzung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo: Hände weg vom Blindengeld
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Bild: BSV-Sachsen-Anhalt

Halle (kobinet) Die Langstreckenläuferin und Weltrekordhalterin im Blinden-Marathon der Frauen Regina Vollbrecht hat gestern erfolgreich beim 12. Mitteldeutschen Marathon in Halle teilgenommen und mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 12,6 Stundenkilometern gegen die geplante Kürzung des Blinden- und Sehbehindertengeldes demonstriert.

Die Sportlerin lief dabei als Botschafterin für den Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt (BSVSA), der sich gegen die geplanten Kürzungen beim Blinden- und Sehbehindertengeld in Sachsen-Anhalt einsetzt. Als erste blinde Läuferin in der Geschichte der Veranstaltung kam Regina Vollbrecht in der Disziplin Halbmarathon nach 1:40:14 Stunden ins Ziel.

"Wir sind stolz, dass Regina Vollbrecht mit ihrer Teilnahme am Halbmarathon auf unser Engagement aufmerksam gemacht hat. Das Blindengeld ist für die betroffenen Bürger in Sachsen-Anhalt eine wichtige Sozialleistung, die es ihnen ermöglicht, ein aktives Mitglied der Gesellschaft zu sein und ein selbstbestimmtes Leben zu führen", sagte Peter Fischer, Beratungsstellenleiter des BSVSA in Halle, nach dem Zieleinlauf der Sportlerin. Regina Vollbrecht war um 10.30 Uhr in Begleitung eines sehenden Lauf-Guides, der sie während des Halbmarathons begleitete, am Hansering in Halle gestartet. 

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt als Interessensvertretung der blinden- und sehbehinderten Menschen in Sachsen-Anhalt setzt sich seit langem gegen die Kürzungspläne der Landesregierung ein. Obwohl sich der Budget-Posten für das Blindengeld seit dem Jahr 2002 bereits von ursprünglich 25 Millionen Euro auf aktuell unter 14 Millionen Euro verringert hat, beabsichtigt die Landesregierung weitere 6 Millionen Euro des Nachteilsausgleichs einzusparen. "Diese Kürzungen würden die Lebenssituation von rund 7.000 betroffenen Menschen in Sachsen-Anhalt deutlich verschlechtern. Bereits jetzt liegt das Bundesland mit den Blindengeld-Leistungen im Bundesvergleich im unteren Drittel. Würden die Kürzungen endgültig beschlossen, wären wir hier das Schlusslicht", erklärt BSVSA-Vertreter Peter Fischer.

Zusammengefasst sind folgende Sparmaßnahmen beim Blindengeld in Sachsen-Anhalt geplant:

- die Kürzung der Leistung für Blinde von 350 Euro auf 266 Euro monatlich

- der Wegfall der Leistung für hochgradig Sehbehinderte und die Streichung der Leistung für Heimbewohner

- Wer aufgrund eines Sehverlustes eine Umschulung in einem Berufsförderungswerk absolviert, soll vom Bezug des Blindengeldes ausgeschlossen werden.

- Hochgradig sehbehinderte Menschen bekommen bereits jetzt nur 41 Euro monatlich, selbst diese viel zu geringe Leistung soll gestrichen werden.

- Die Zahlung für erwachsene Blinde wurde bereits im Jahr 2002 um 80 Euro monatlich gekürzt und soll nun um weitere 84 Euro sinken.

Link zu weiteren Information und zur Petition gegen die Kürzungen

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