Daheim statt im Heim - ohne Unterstützung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Joana und Antonietta Gut
Joana und Antonietta Gut
Bild: Antonietta Gut

Kassel (kobinet) Für die Sammlung von Beispielen für Benachteiligungen im derzeitigen Sozialrecht für die Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe hat Antonietta Gut auf kreative Weise ihrer 9jährige Tochter, die sich sonst nicht so differenziert äußern kann, zum Wort verholfen.

"Ich bin Joana, 9 Jahre alt, schwer- und mehrfachbehindert. Meine Mutter ist rund um die Uhr mit meiner Pflege und Betreuung beschäftigt. Daher kann sie auch nicht mehr arbeiten. Ich brauche für alles eine Hilfe. Ich kann nicht sprechen, selbst sitzen oder stehen. Leider sehe ich auch fast nichts, muss gewickelt und gefüttert werden und bin zeitweise (vor allem nachts) sehr unruhig und schreie viel. Meine epileptischen Anfälle sorgen immer wieder für Aufregung. Damit ich bei meiner Familie leben kann, haben sich meine Eltern nochmals hochverschuldet und unsere Doppelhaushälfte 2011 behindertengerecht umbauen lassen. Der Staat zahlt nichts, obwohl er sehr viel Geld spart, wenn ich bei meiner Familie bleiben kann. Das ist aber nicht selbstverständlich. Ich bin froh bei meinen Eltern, meiner Schwester Laura 11 Jahre und meinem kleinen frechen Bruder Manuel 2 Jahre leben zu dürfen", so Joana und Antonietta (Mutter) Gut.

Im Rahmen der Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe treten Behindertenverbände dafür ein, dass behinderte Menschen daheim statt im Heim leben können und die hierfür nötige Unterstützung bedarfsgerecht und ohne Anrechnung des Einkommens und Vermögens bekommen.

Link zur Kampagne

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