Blindengeld für Assistenz und Hilfen nötig

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Dirk Becker am Schreibtisch mit Braillezeile
Dirk Becker am Schreibtisch mit Braillezeile
Bild: Dirk Becker

Wernigerode (kobinet) In Sachsen-Anhalt haben am 12. September über 500 blinde und sehbehinderte Menschen in Magdeburg gegen die Kürzung des Blinden- und Sehbehindertengeldes protestiert. Noch ist nicht ganz klar, ob die Kürzungspläne wirklich vom Tisch sind. Dirk Becker aus Wernigerode ist blind und hat im Rahmen der Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe deutlich gemacht, was für ihn solche Kürzungspläne bedeuten.

"Ich mache meinen Job und ich verdiene Geld damit. Ich kann mit den sehenden Kollegen mithalten, dank technischer und personeller Hilfen. Aber ich muss zeitlich einen weit größeren Aufwand betreiben. Um dann aber auch noch die Haushaltsführung zu schaffen, die Wege von und zur Arbeit kurz zu halten, wobei häufig ein Taxi erforderlich ist, nutze ich das Blindengeld für Assistenz und Hilfen. Jetzt sagt mir die Landesregierung von Sachsen-Anhalt, 'nutze dein Einkommen für die Bewältigung deines behinderungsbedingten Mehrbedarfs'. Mit anderen Worten: 'Pech gehabt, nichts ist es mit Urlaub, mit Teilnahme am gesellschaftlichen Leben...' Irgendwann bin ich dann so weit, dass sich Arbeiten für mich nicht mehr lohnt. Genauso gut könnte ich von Erwerbsunfähigkeitsrente und Blindenhilfe leben. Das kann doch nicht der Ernst der Landesregierung sein. Und was man damit auch meiner Frau antut. Ihr Mann leistet das selbe wie Sehende, aber wir können uns immer weniger leisten. Das macht einsam."

 

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